Harte Abwehr, kühler Kopf: Emotionalisierter TSB Gmünd lässt Primus Albstadt verzweifeln

Ein Spitzenspiel, das sich wie ein Finale anfühlte. In aufgeheizter Atmosphäre ringt der TSB Gmünd die HSG Albstadt mit 38:34 (18:15) nieder und zieht nach Minuspunkten mit dem Tabellenführer der Regionalliga Baden-Württemberg gleich. In der Zeitstrafenschlacht geben Spielmacher Tom Abt und der spät eingewechselte Torwart Tobias Klemm die entscheidenden Impulse.

Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften – geht man nach diesem alten Lehrsatz, dann ist dem TSB Gmünd am Sonntagabend ein gewaltiger Schritt im Rennen um den Aufstieg in die 3. Liga gelungen. Zum allerbesten Zeitpunkt waren die Gmünder aus ihrem Winterschlaf erwacht und zeigten die perfekte Reaktion auf zuvor zwei Niederlagen in drei Partien. Zwar wollte es Aaron Fröhlich nicht zugeben, doch gerade der impulsive TSB-Trainer sah nach 60 Minuten Hochgeschwindigkeits-Handball durchaus erholungsbedürftig aus. "Viel investiert – gut abgeliefert", analysierte Fröhlich im Sitzen. Besonders hob er hervor, dass die eigene Abwehrleistung deutlich besser war als es die 34 Gegentore in einem extrem temporeichen Spiel aussehen lassen: "Das war genau das, was wir uns erhofft und worauf wir hintrainert haben. Die Situation, dass wir gegen den Ersten alles geben mussten und etwas Druck verspürt haben, hat uns vielleicht auch ganz gut getan."
 

Am emotionalen Limit

Während die deutsche Nationalmannschaft vergeblich um den EM-Titel kämpfte, lieferten sich die nach Minuspunkten besten Regionalliga-Teams ein vorgezogenes Finale um die Regionalliga-Meisterschaft. Nach ihrem hart erkämpften Sieg sind die Gmünder (25:11) gleichauf mit Spitzenreiter Albstadt (27:11), haben aber erst eine Partie weniger absolviert und den direkten Vergleich auf ihrer Seite. Dass es nicht zimperlich zu ging, spiegeln die insgesamt 16 Hinausstellungen bestens wieder: Kaum einmal standen beide Teams in voller Besetzung auf dem Feld. Hektisch, intensiv und temporeich – das Topspiel hatte alles eingehalten, aber mehr als nur 450 Zuschauer verdient gehabt.
"In Gleichzahl haben wir überragend verteidigt", lobte Fröhlich. Denn während sein TSB Härte und Cleverness vereinte, verloren die Gäste besonders im ersten Durchgang oftmals den Kopf. Den anfänglichen 0:2-Rückstand beantwortete der TSB mit zwei Gegenstößen und einem Rückraumkracher von Kai Schäffner. Beide Trainerbänke waren derart angestachelt, dass sie sich bereits in der ersten Viertelstunde eine Verwarnung der verblüffend ruhigen leitenden Schiedsrichter einhandelten. Als Jonas Waldenmaier zweimal in Folge vom Kreis zum 6:3 (9.) traf, hatten die Gmünder ihren Gegner genau dort, wo sie ihn haben wollten. Torwart Daniel Mühleisen hatte es bis dahin bereits auf vier Paraden gebracht.
 

Agile Gmünder bändigen Albstadts Tormaschinen

Die Gmünder Abwehr ließ den Gästen um ihre bundesligaerfahrenen Zwillinge Julian und Gregor Thomann kaum Luft zum Atmen. Zwischenzeitlich blieb der stärkste Angriff der Liga acht Minuten lang ohne eigenen Treffer – so lange wie noch nie zuvor in dieser Saison. Der TSB spielte so mutig und variabel, wie es in den Wochen zuvor oft vermisst wurde. Albstadt hingegen handelte sich eine unnötige Zeitstrafe wegen Reklamierens ein, was Wolfgang Bächle umgehend mit dem 10:6 (16.) bestrafte. Als das Gmünder Tor leer stand und Andreas Maier einen Wurfversuch dicht hinter dem Mittelkreis blockte, war das ein klares Zeichen. Die bewegliche Gmünder Abwehr dominierte, doch bei aller Hektik ließ sich der Klassenprimus nicht den Schneid abkaufen.
Die Hausherren brillierten durch puren Einsatzwillen, aber auch mit kühlem Kopf wie etwa Niklas Burtsche zweimal von der Siebenmeterlinie fehlerfrei blieb. Für den hohen Aufwand allerdings wirkte die 18:15-Pausenführung zu niedrig. Nachdem Bächle ans Lattenkreuz und Stefan Scholz direkt in die Arme des stärker werdenden Keepers Julian Mayer warf, kam die HSG prompt zum Anschluss. Ein völlig offenes Topspiel, in dem fortan Spielmacher Tom Abt sein Team auf Kurs hielt. Ob als Vollstrecker oder Vorbereiter – das 23-jährige Eigengewächs war den entscheidenden Tick besser als sein prominenter Gegenüber Julian Thomann. "Tom hat uns über die schweren Phasen gelupft", betonte Lehrmeister Fröhlich: "Insgesamt war es aber eine geschlossene Mannschaftsleistung, zu der jeder seinen Teil beitragen konnte. Wir haben aus dem Rückraum getroffen, wie wir das vorbereitet hatten.
 

Ein Krimi bis zur Schlussphase

Obwohl Abwehrchef Maier in der 40. Minute den in Fahrt kommenden Thomann aus der Luft riss und mit Rot vom Feld gestellt wurde, ließ sich der TSB den Statement-Sieg nicht nehmen. Den bekannten Nackenschlag kompensierten die Gmünder durch ihre mannschaftliche Geschlossenheit. Patrick Watzl fing einen Pass rausragend ab und leitete den Konter zum 25:22 (42.) ein. Als Albstadt ebenfalls ins leere Tor zum 25:25-Gleichstand (45.) traf, ließ sich der TSB ebenfalls nicht beeindrucken. Vielmehr kam der wurfgewaltige Rückraum mit Abt, Schäffner und Scholz nochmals ins Laufen.

Die Kraftreserven und ein Wechsel zwischen den Torpfosten gaben den Ausschlag. Frisch von der Bank gekommen, kaufte Tobias Klemm dem besten HSG-Werfer Lasse Fuchs gleich zwei Versuche von Linksaußen auf. Leichs vergoldete dies und traf dann über die volle Felddistanz zum 29:26 (48.). Ein Polster, das Abt aufrecht erhielt, als er mit aller Macht in die Lücken der Albstädter Abwehr stieß und seine insgesamt neun Treffer erzielte. Dann war es wieder Klemm, der zunächst gegen Rechtsaußen Gregor Thomann den möglichen Anschlusstreffer verhinderte und in seiner nächsten Szene Spielmacher Julian Thomann verzweifeln ließ. Es waren die wichtigsten Paraden zur besten Zeit – garniert davon, dass es der nächste Distanzwurf durch Burtsche vom Pfosten hinein ins Netz spang. Es gab kein Halten mehr und Routinier Bächle setzte mit einem Dreher zum 38:34 den umjubelten Schlusspunkt.
 

Klares Zeichen im Aufstiegsrennen

Was sich anfühlt wie ein ganz großer Finalsieg, ist letztlich nur ein kleiner Schritt im engen Kamp um die beiden Aufstiegsplätze. Der TSB, der nun wieder auf Rang drei springt und am kommenden Samstag (19:30 Uhr / Römerhalle Straßdorf) den Verfolger HSG Willstätt/Hanauerland empfängt, hat endgültig Blut geleckt. "Vieles war sehr, sehr gut", hofft der erleichterte Trainer Aaron Fröhlich darauf, "dass wir den Druck nun auch weiter ablegen und diese Klasseleistung in den nächsten Wochen bestätigen können."
Ein Spitzenspiel, das sich wie ein Finale anfühlte. In aufgeheizter Atmosphäre ringt der TSB Gmünd die HSG Albstadt mit 38:34 (18:15) nieder und zieht nach Minuspunkten mit dem Tabellenführer der Regionalliga Baden-Württemberg gleich. In der Zeitstrafenschlacht geben Spielmacher Tom Abt und der spät eingewechselte Torwart Tobias Klemm die entscheidenden Impulse.

Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften – geht man nach diesem alten Lehrsatz, dann ist dem TSB Gmünd am Sonntagabend ein gewaltiger Schritt im Rennen um den Aufstieg in die 3. Liga gelungen. Zum allerbesten Zeitpunkt waren die Gmünder aus ihrem Winterschlaf erwacht und zeigten die perfekte Reaktion auf zuvor zwei Niederlagen in drei Partien. Zwar wollte es Aaron Fröhlich nicht zugeben, doch gerade der impulsive TSB-Trainer sah nach 60 Minuten Hochgeschwindigkeits-Handball durchaus erholungsbedürftig aus. "Viel investiert – gut abgeliefert", analysierte Fröhlich im Sitzen. Besonders hob er hervor, dass die eigene Abwehrleistung deutlich besser war als es die 34 Gegentore in einem extrem temporeichen Spiel aussehen lassen: "Das war genau das, was wir uns erhofft und worauf wir hintrainert haben. Die Situation, dass wir gegen den Ersten alles geben mussten und etwas Druck verspürt haben, hat uns vielleicht auch ganz gut getan."
 

Am emotionalen Limit

Während die deutsche Nationalmannschaft vergeblich um den EM-Titel kämpfte, lieferten sich die nach Minuspunkten besten Regionalliga-Teams ein vorgezogenes Finale um die Regionalliga-Meisterschaft. Nach ihrem hart erkämpften Sieg sind die Gmünder (25:11) gleichauf mit Spitzenreiter Albstadt (27:11), haben aber erst eine Partie weniger absolviert und den direkten Vergleich auf ihrer Seite. Dass es nicht zimperlich zu ging, spiegeln die insgesamt 16 Hinausstellungen bestens wieder: Kaum einmal standen beide Teams in voller Besetzung auf dem Feld. Hektisch, intensiv und temporeich – das Topspiel hatte alles eingehalten, aber mehr als nur 450 Zuschauer verdient gehabt.
"In Gleichzahl haben wir überragend verteidigt", lobte Fröhlich. Denn während sein TSB Härte und Cleverness vereinte, verloren die Gäste besonders im ersten Durchgang oftmals den Kopf. Den anfänglichen 0:2-Rückstand beantwortete der TSB mit zwei Gegenstößen und einem Rückraumkracher von Kai Schäffner. Beide Trainerbänke waren derart angestachelt, dass sie sich bereits in der ersten Viertelstunde eine Verwarnung der verblüffend ruhigen leitenden Schiedsrichter einhandelten. Als Jonas Waldenmaier zweimal in Folge vom Kreis zum 6:3 (9.) traf, hatten die Gmünder ihren Gegner genau dort, wo sie ihn haben wollten. Torwart Daniel Mühleisen hatte es bis dahin bereits auf vier Paraden gebracht.
 

Agile Gmünder bändigen Albstadts Tormaschinen

Die Gmünder Abwehr ließ den Gästen um ihre bundesligaerfahrenen Zwillinge Julian und Gregor Thomann kaum Luft zum Atmen. Zwischenzeitlich blieb der stärkste Angriff der Liga acht Minuten lang ohne eigenen Treffer – so lange wie noch nie zuvor in dieser Saison. Der TSB spielte so mutig und variabel, wie es in den Wochen zuvor oft vermisst wurde. Albstadt hingegen handelte sich eine unnötige Zeitstrafe wegen Reklamierens ein, was Wolfgang Bächle umgehend mit dem 10:6 (16.) bestrafte. Als das Gmünder Tor leer stand und Andreas Maier einen Wurfversuch dicht hinter dem Mittelkreis blockte, war das ein klares Zeichen. Die bewegliche Gmünder Abwehr dominierte, doch bei aller Hektik ließ sich der Klassenprimus nicht den Schneid abkaufen.
Die Hausherren brillierten durch puren Einsatzwillen, aber auch mit kühlem Kopf wie etwa Niklas Burtsche zweimal von der Siebenmeterlinie fehlerfrei blieb. Für den hohen Aufwand allerdings wirkte die 18:15-Pausenführung zu niedrig. Nachdem Bächle ans Lattenkreuz und Stefan Scholz direkt in die Arme des stärker werdenden Keepers Julian Mayer warf, kam die HSG prompt zum Anschluss. Ein völlig offenes Topspiel, in dem fortan Spielmacher Tom Abt sein Team auf Kurs hielt. Ob als Vollstrecker oder Vorbereiter – das 23-jährige Eigengewächs war den entscheidenden Tick besser als sein prominenter Gegenüber Julian Thomann. "Tom hat uns über die schweren Phasen gelupft", betonte Lehrmeister Fröhlich: "Insgesamt war es aber eine geschlossene Mannschaftsleistung, zu der jeder seinen Teil beitragen konnte. Wir haben aus dem Rückraum getroffen, wie wir das vorbereitet hatten.
 

Ein Krimi bis zur Schlussphase

Obwohl Abwehrchef Maier in der 40. Minute den in Fahrt kommenden Thomann aus der Luft riss und mit Rot vom Feld gestellt wurde, ließ sich der TSB den Statement-Sieg nicht nehmen. Den bekannten Nackenschlag kompensierten die Gmünder durch ihre mannschaftliche Geschlossenheit. Patrick Watzl fing einen Pass rausragend ab und leitete den Konter zum 25:22 (42.) ein. Als Albstadt ebenfalls ins leere Tor zum 25:25-Gleichstand (45.) traf, ließ sich der TSB ebenfalls nicht beeindrucken. Vielmehr kam der wurfgewaltige Rückraum mit Abt, Schäffner und Scholz nochmals ins Laufen.

Die Kraftreserven und ein Wechsel zwischen den Torpfosten gaben den Ausschlag. Frisch von der Bank gekommen, kaufte Tobias Klemm dem besten HSG-Werfer Lasse Fuchs gleich zwei Versuche von Linksaußen auf. Leichs vergoldete dies und traf dann über die volle Felddistanz zum 29:26 (48.). Ein Polster, das Abt aufrecht erhielt, als er mit aller Macht in die Lücken der Albstädter Abwehr stieß und seine insgesamt neun Treffer erzielte. Dann war es wieder Klemm, der zunächst gegen Rechtsaußen Gregor Thomann den möglichen Anschlusstreffer verhinderte und in seiner nächsten Szene Spielmacher Julian Thomann verzweifeln ließ. Es waren die wichtigsten Paraden zur besten Zeit – garniert davon, dass es der nächste Distanzwurf durch Burtsche vom Pfosten hinein ins Netz spang. Es gab kein Halten mehr und Routinier Bächle setzte mit einem Dreher zum 38:34 den umjubelten Schlusspunkt.
 

Klares Zeichen im Aufstiegsrennen

Was sich anfühlt wie ein ganz großer Finalsieg, ist letztlich nur ein kleiner Schritt im engen Kamp um die beiden Aufstiegsplätze. Der TSB, der nun wieder auf Rang drei springt und am kommenden Samstag (19:30 Uhr / Römerhalle Straßdorf) den Verfolger HSG Willstätt/Hanauerland empfängt, hat endgültig Blut geleckt. "Vieles war sehr, sehr gut", hofft der erleichterte Trainer Aaron Fröhlich darauf, "dass wir den Druck nun auch weiter ablegen und diese Klasseleistung in den nächsten Wochen bestätigen können."

TSB Jets – HSG Albstadt 38:34 (18:15)

TSB: Daniel Mühleisen (1.-45. Minute), Tobias Klemm (45.-60.) – Tom Abt (9), Yannik Leichs (6), Wolfgang Bächle (5), Niklas Burtsche (5/2), Kai Schäffner (4), Stefan Scholz (4), Jonas Waldenmaier (4), Andreas Maier (1), Stephan Mühleisen, Patrick Watzl, Arian Pleißner (n.e.), Kai Kiesel (n.e.), Florian Abele (n.e.)
HSG: Julian Mayer (1.-48,), Edis Camovic (48.-60.) – Lasse Fuchs (8), Gregor Thomann (7/2), Patrick Lebherz (6), Julian Thomann (5), Fabian Mayer (5), Dennis Fuoß (2), Elias Flügel (1), Fynn Menzel, Simon Flügel, Magnus Betz, Vladimir Tadic, Tim Bänsch, Noa-Gabriel Alilovic, Samuel Hartmann
Siebenmeter: TSB 2/2 (beide Burtsche) – HSG 2/2 (beide G.Thomann)
Zeitstrafen: TSB 14 Minuten – HSG 18 Minuten
Rote Karte: Andreas Maier(TSB/40./Hartes Foulspiel)
Schiedsrichter: Kai Füller, Vincent Maaß (SG Burlafingen / PSV Ulm)
Zuschauer: 450
 
(Text: Nicolas Schoch - Bilder: Frank Bieg)