Heimstärke, Teamgeist – und dann Bezirksliga?

Hintere Reihe von links: Trainer Daniel Mühleisen, Noel Reibstein, Felix Vatheuer, Magnus Waibel, Efan Illi, Sebastian Vlasin, Trainer Sascha Grützmacher
Mittlere Reihe von links: Eronik Haklaj, Felix Bauer, Niko Hieber, Raphael Schnaufer
Vordere Reihe von links: Finn Hinderberger, Dejan Milic, Niklas Retzler, Lucas Schmutzert, Elias Bönsel, Paul Arnholdt, Max Sänger, Florian Kruspel
Fehlend: Gregor Schuler, Ulrich Baumhauer, Paul Stifani
 
Die B-Junioren des TSB Gmünd wollen in der neuen Saison auf Bezirksebene glänzen und die höchste Liga erreichen. Gecoacht werden sie von Sascha Grützmacher und Daniel Mühleisen. Die beiden Torhüter wollen ihren Jungs weit mehr vermitteln als nur die Qualität, Tore zu verhindern.
Zwei Torhüter als Trainergespann – kann das funktionieren? „Es liegt auf der Hand, dass wir unser Hauptaugenmerk darauf richten, das eigene Tor zu verteidigen und dann über die schnelle Mitte viele einfache Tore zu erzielen“, erklärt Sascha Grützmacher lächelnd. Die ungewöhnlich erscheinende Konstellation an der Seitenlinie soll kein Nachteil darstellen: „Dass wir vermutlich Defizite darin aufweisen werden, das Spielerische zu vermitteln, ist klar. Diesen Umstand wollen wir jedoch durch unser Engagement kompensieren und dadurch, dass wir selbst mit jedem Training dazulernen.“ Diese Aussage ist bei Grützmacher alles andere als eine hohle Phrase. Der 20-Jährige ist von Kindesbeinen an ein echter TSBler und ließ nie einen Zweifel daran, dass er seinem Verein auch nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) treu bleiben würde. Auch er selbst will sich in seiner Tätigkeit weiterentwickeln und sich von seinen Trainerkollegen beim TSB wertvolle Inhalte abschauen: „Besonders Dodo Oprea ist ein guter Bezugspunkt für uns.“
Daniel Mühleisen nickt zustimmend. Auch für ihn steht fest: „Rein für die Torhüterposition sind wir als Trainer gut aufgestellt. Wir wollen die Jungs so weiterentwickeln, dass wir möglichst wenige Tore bekommen und unsere Spiele über die Abwehr gewinnen.“ Obwohl der 24-jährige Oberliga-Keeper erst vor zwei Jahren aus Remshalden zum TSB wechselte, fühlt er sich der Nachwuchsarbeit verpflichtet. „Es geht immer auch darum, etwas zurückzugeben“, erklärt Mühleisen seine Motivation: „Ich will den Kindern weitergeben, was ich selbst über all die Jahre gelernt habe. Kindern und Jugendlichen etwas beizubringen, ist einfach immer ein klasse Gefühl.“
Die Ziele haben sich trotz der Pandemie nicht geändert, betonen beide Coaches unisono. Bereits als Trainer der letztjährigen B2-Jugend hatte Grützmacher die Devise ausgegeben, jedes Heimspiel zu gewinnen – was im einzigen Saisonspiel gegen die HSG Winzingen/Wißgoldingen/Donzdorf (28:19) eindrucksvoll gelang. Dieses eine Spiel habe schon relativ viel Aussagekraft besessen, findet Grützmacher: „Ich bin felsenfest überzeugt davon, dass wir an diese Leistung anknüpfen werden. Da vertraue ich meinen Jungs total. Wenn wir das schaffen, haben wir auch das Potenzial, um oben mitzuspielen.“ Die HSG WiWiDo zählt in der Vorrunde ebenso zu den Gegnern wie die Aalener Sportallianz, die JSG Rosenstein und die HSG Bargau/Bettringen. Besonders das Gmünder Stadtderby wird natürlich ein Highlight für Mannschaft und Trainer darstellen.
Besonders der geänderte Modus – in der verkürzten Hinrunde gilt es, sich für die finalen Ligen zu qualifizieren – bedeutet für alle Teams eine unbekannte und dadurch besonders spannende Herausforderung. Zumal die Gegner nach monatelanger Corona-Pause ebenso schwer einzuschätzen sind wie das eigene Leistungsvermögen. Grützmacher erwartet deshalb „ein interessantes halbes Jahr, in dem wir Punkte sammeln werden die vielleicht nicht eingeplant waren, aber auch Punkte liegenlassen werden, die wir nicht hergeben wollten.“ Leistungsschwankungen sind für den Lernprozess nicht nur eingeplant, sondern können durchaus auch förderlich. Wunschziel bleibt die Qualifikation zur Bezirksliga, der höchstmöglichen Spielklasse: „Das wäre die gesunde Mitte für uns, weil wir sicherlich einige Spiele gewinnen und auch ausreichend gefordert werden.“
Auch abseits des Sportlichen unternehmen die beiden Trainer viel mit und für ihre Mannschaft. Gemeinsam mit der C-Jugend wird einmal wöchentlich eine spezielle Athletikeinheit absolviert. Der Teamgeist wurde bei einem gemeinsamen Trainingslager im Juli inklusive Beachhandball-Einheit gestärkt. „Gerade weil aufgrund von Corona ein Jahr verloren gegangen ist, nehmen wir Trainer eine wichtige Rolle ein. Es ist besonders wichtig, den Jungs die Begeisterung am Sport neu zu vermitteln, damit sie regelmäßig ins Training kommen“, so lautet Mühleisens Ausblick. Trainerkollege Grützmacher berichtet von einem tiefen Gespräch mit seinem langjährigen Jugendcoach Aaron Fröhlich: „Es geht nicht zwingend um den sportlichen Erfolg. Der kommt ganz von alleine, wenn das drumherum stimmt. Wir wollen eine verschworene Einheit bilden, die zusammen nach dem Training ein Vesper macht oder auch ein Wochenende miteinander verbringt. Solche Aktivitäten sollen wieder zum Alltag werden, so dass wir uns auch einmal mehrere Stunden gegenseitig auf die Füße stehen können und dann sagen: ´Geil, für dieses Team kämpfe ich und zerreiße mich im Spiel bis zur letzten Minute´. Das ist genau die Einstellung, die wir vorleben wollen.“

Trainingszeiten:
Montag 18:30 – 20 Uhr (Athletiktraining, gemeinsam mit C-Jugend)
Dienstag 17:30 – 19 Uhr
Donnerstag 18:30 – 20 Uhr

(Text und Bilder: Nico Schoch)