Die Chancenverwertung bleibt das Manko: Schmerzhafte TSB-Schlappe beim Waibel-Comeback

Mit zu vielen Fehlwürfen bringt sich der TSB Gmünd selbst um den verdienten Lohn und gerät durch die 30:31 (13:15) – Heimniederlage gegen den TSV Weinsberg zunehmend in Bedrängnis. Tom Abt vergab mit einem Siebenmeter in der Schlussminute den möglichen Punktgewinn.
 
Es hatte etwas von einem Déjà-vu, was die Jets am späten Samstagabend erlebten. Gerade vor einer Woche hatte Nicola Rascher sein Team mit einem verwandelten Strafwurf wenige Sekunden vor Schluss zum 31:31-Remis beim Spitzenteam TSG Söflingen geworfen. Gegen den abstiegsbedrohten TSV Weinsberg hätte Tom Abt nun auf die gleiche Weise das exakt gleiche Ergebnis erzielen können – doch der 20-Jährige zeigte Nerven, weshalb die „Jets“ das zweite Heimspiel in Folge gegen einen Abstiegskandidaten verloren und nun selbst wieder nach hinten blicken müssen.
Dennoch gab es anschließend keine Spur von Kritik am tragischen Helden, der die Gmünder zuvor mit sieben Toren fast zum Sieg getragen hätte. „Wir können ihm überhaupt keinen Vorwurf machen“, litt Rascher mit. Doch warum hatte der Kapitän nicht erneut die Verantwortung in der entscheidenden Aktion übernommen? „Letzte Woche ging das noch gut. Doch warum soll ich hingehen, wenn Tom gerade einen Lauf hat?“, verwies er auf die zwei erfolgreichen Versuche das Kollegen zuvor. Dass sich Abt wie selbstverständlich auch den letzten Wurf nahm, spreche für dessen Charakter: „Das wird ihn nur noch stärker machen, er ist noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung.“
Es war der dramatische Schlusspunkt eines ohnehin schon hitzigen und heiß umkämpften Spiels. Die 550 Zuschauer bekamen ein absolutes Wechselbad der Gefühle zu sehen – und völlig unerwartet auch einen alten Bekannten. Durch den Ausfall des erkälteten Philipp Schwenk – Jonas Schwenk und Eric Zimmermann waren zudem angeschlagen in die Partie gegangen – gab Christian Waibel nach 266 Tagen sein Oberliga-Comeback. Der 34-Jährige läuft nach seinem Abschied im vergangenen Sommer immer noch für das TSB-Perspektivteam in der Bezirksliga auf. Dass der TSB II dort im Aufstiegsrennen liegt ist wohl auch der Grund, weshalb es für Waibel (vorerst) ein einmaliger Aushilfsjob gewesen sein dürfte.
Doch in nur einer Trainingseinheit hatte der Routinier die beiden Trainer Michael Stettner und Volker Haiser vollends überzeugt. „Wir brauchten unbedingt jemanden, der blocken kann und Erfahrung mitbringt“, erklärte Haiser mit Blick auf den gefährlichen Weinsberger Rückraum. Tatsächlich avancierte Waibel sofort zum Fixpunkt in der TSB-Defensive, die stark loslegte. 4:4 stand es nach völlig ausgeglichenen zehn Minuten, doch wie schon in den vergangenen Wochen häuften sich die Fehlwürfe. Gästekeeper Marc Krammer stand nicht nur bei den Siebenmetern von Rascher und Wolfgang Bächle im Weg, sondern auch als Abwehrspezialist Waibel bei einem Konter völlig frei auf ihn zulief. Folgerichtig lag der TSB vom 5:8 (16.) bis zum 9:12 (23.) mit drei Toren im Hintertreffen, weil die Weinsberger ihre Außen ins Spiel brachten und diese ihre Chancen konsequent nutzten.
Nach dieser Schwächephase berappelte sich der TSB wieder. Angeführt von Abt gelang innerhalb von vier Minuten der Ausgleich, ein feines Zuspiel des Spielmachers nutzte Kreisläufer Jonas Waldenmaier zum 13:13 (29.). Zwei Gmünder Ballverluste wurden dann aber gnadenlos bestraft, so dass zur Pause statt einem leistungsgerechten Unentschieden ein 13:15 (30.) auf der Anzeigetafel stand. Nach dem Seitenwechsel legte Weinsberg wiederum bis zum 17:19 (38.) vor. Der TSB bewies jedoch Kampfgeist – und zunächst auch Nervenstärke. Abt traf zweimal nacheinander von der Siebenmeterlinie, dann verwandelte Eric Zimmermann einen weiten Pass von Rascher in Kempa-Manier und unter tosendem Applaus des Publikums zum 20:19 (41.).
Es folgte die beste Gmünder Phase in der Partie und das obwohl Bächle mit Rückenproblemen vom Feld musste. Stattdessen übernahm Vincent Pick dessen Part auf Rechtsaußen und traf prompt zum 21:20 (42.). Die Gäste zogen zwar umgehend gleich, doch beim TSB lief neben Abt nun auch Tormann Daniel Mühleisen zur Hochform auf. Als Zimmermann und Waldenmaier im schnellen Umschaltspiel auf 28:25 (52.) erhöhten, schien der Heimsieg zum Greifen nahe. Mit einem Doppelschlag von Linkshänder Moritz Wahl tastete sich Weinsberg allerdings schnell wieder auf 28:27 (54.) heran, zudem kassierte Waibel seine erste Zeitstrafe. Der Knackpunkt aus Sicht von Rascher: „Damit haben wir den Gegner in Schwung gebracht und sind in eine Abwärtsspirale geraten.“
Trotz Unterzahl hielten Abt und Maier den TSB bis zum 30:28 (56.) auf Kurs. Doch der hohe Kräfteverschleiß machte sich bemerkbar. Während Abt in der Abwehr seine Ruhepausen erhielt, gingen besonders den Nebenleuten Rascher und Maier durch die Doppelbelastung die Körner aus. „Der Rest des Teams konnte das nicht auffangen“, meinte Volker Haiser. Erschwerend hinzu kam eine strittige Schiedsrichterentscheidung. Ersatzkeeper Giovanni Gentile bekam eine Gelbe Karte aufgebrummt und der Ballbesitz wechselte, als er von der Bank aufstand, um seinem Torwartkollegen Mühleisen eine Flasche Wasser zu reichen. „Der Schiedsrichter hatte uns mehrfach ermahnt, dass auf unserer Bank zu viele Leute stehen würden“, haderte Co-Trainer Haiser mit dieser kleinlichen Entscheidung.
Mit einer Glanzparade verhinderte Mühleisen zunächst den Ausgleich, doch seine Vorderleute wussten diese Vorlage nicht zu verwerten. Während der TSB in den letzten vier Angriffen erfolglos blieb, drehte Weinsberg das Blatt zum 30:31 (59.) und verpasste es dann sogar, den Deckel drauf zu machen. Neun Sekunden vor Schluss beging Wahl ein Stürmerfoul an Rascher und sah die Rote Karte, weil er den Ball anschließend weggeworfen hatte. Regelkonform gab es dazu den Siebenmeterpfiff und so kam es zum finalen Showdown zwischen Abt und Gästekeeper Krammer. Der Gmünder täuschte kurz an, scheiterte aber mit seinem zu schwachen Wurf.
So unglücklich die Niederlage am Ende wirkte, die TSBler hatten sich diesen neuerlichen Rückschlag selbst zuzuschreiben. Zu viele vergebene Chancen und zu viele einfache Fehler – alles Dinge, die sich laut Haiser „wie ein roter Faden durch unsere vergangenen Heimspiele ziehen.“ Drei davon gingen im Jahr 2023 bereits verloren, wodurch etwa der Tabellenelfte Weinsberg (22:20 Punkte) den achtplatzierten Gmündern (25:17) immer näher kommt. Der TSB konnte sich sogar bei seinem kommenden Gegner Neuenbürg (22:22) bedanken, denn durch deren 30:27-Sieg gegen Konstanz II blieb das Sieben Punkte-Polster auf den ersten Abstiegsplatz bestehen.
Das nächste Heimspiel am kommenden Samstag (19:30 Uhr / Große Sporthalle) wird somit zum vielleicht bislang wichtigsten Spiel dieser Saison, die sich bei einer Fortsetzung der Wurfkrise noch in eine ganz unangenehme Richtung entwickeln könnte. Nach zuletzt drei sieglosen Auftritten ist der Ernst der Lage allen Gmündern bewusst, wie Kapitän Rascher unterstreicht: „Wir haben von Anfang an gewusst, dass es noch in eine ganz andere Richtung gehen kann. Jetzt sind wir genau an dem Punkt, an dem wir mittendrin im Abstiegskampf sind. Gegen Neuenbürg erwartet uns ein richtiges Big Point-Spiel.“

Mit zu vielen Fehlwürfen bringt sich der TSB Gmünd selbst um den verdienten Lohn und gerät durch die 30:31 (13:15) – Heimniederlage gegen den TSV Weinsberg zunehmend in Bedrängnis. Tom Abt vergab mit einem Siebenmeter in der Schlussminute den möglichen Punktgewinn.
 
Es hatte etwas von einem Déjà-vu, was die Jets am späten Samstagabend erlebten. Gerade vor einer Woche hatte Nicola Rascher sein Team mit einem verwandelten Strafwurf wenige Sekunden vor Schluss zum 31:31-Remis beim Spitzenteam TSG Söflingen geworfen. Gegen den abstiegsbedrohten TSV Weinsberg hätte Tom Abt nun auf die gleiche Weise das exakt gleiche Ergebnis erzielen können – doch der 20-Jährige zeigte Nerven, weshalb die „Jets“ das zweite Heimspiel in Folge gegen einen Abstiegskandidaten verloren und nun selbst wieder nach hinten blicken müssen.
Dennoch gab es anschließend keine Spur von Kritik am tragischen Helden, der die Gmünder zuvor mit sieben Toren fast zum Sieg getragen hätte. „Wir können ihm überhaupt keinen Vorwurf machen“, litt Rascher mit. Doch warum hatte der Kapitän nicht erneut die Verantwortung in der entscheidenden Aktion übernommen? „Letzte Woche ging das noch gut. Doch warum soll ich hingehen, wenn Tom gerade einen Lauf hat?“, verwies er auf die zwei erfolgreichen Versuche das Kollegen zuvor. Dass sich Abt wie selbstverständlich auch den letzten Wurf nahm, spreche für dessen Charakter: „Das wird ihn nur noch stärker machen, er ist noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung.“
Es war der dramatische Schlusspunkt eines ohnehin schon hitzigen und heiß umkämpften Spiels. Die 550 Zuschauer bekamen ein absolutes Wechselbad der Gefühle zu sehen – und völlig unerwartet auch einen alten Bekannten. Durch den Ausfall des erkälteten Philipp Schwenk – Jonas Schwenk und Eric Zimmermann waren zudem angeschlagen in die Partie gegangen – gab Christian Waibel nach 266 Tagen sein Oberliga-Comeback. Der 34-Jährige läuft nach seinem Abschied im vergangenen Sommer immer noch für das TSB-Perspektivteam in der Bezirksliga auf. Dass der TSB II dort im Aufstiegsrennen liegt ist wohl auch der Grund, weshalb es für Waibel (vorerst) ein einmaliger Aushilfsjob gewesen sein dürfte.
Doch in nur einer Trainingseinheit hatte der Routinier die beiden Trainer Michael Stettner und Volker Haiser vollends überzeugt. „Wir brauchten unbedingt jemanden, der blocken kann und Erfahrung mitbringt“, erklärte Haiser mit Blick auf den gefährlichen Weinsberger Rückraum. Tatsächlich avancierte Waibel sofort zum Fixpunkt in der TSB-Defensive, die stark loslegte. 4:4 stand es nach völlig ausgeglichenen zehn Minuten, doch wie schon in den vergangenen Wochen häuften sich die Fehlwürfe. Gästekeeper Marc Krammer stand nicht nur bei den Siebenmetern von Rascher und Wolfgang Bächle im Weg, sondern auch als Abwehrspezialist Waibel bei einem Konter völlig frei auf ihn zulief. Folgerichtig lag der TSB vom 5:8 (16.) bis zum 9:12 (23.) mit drei Toren im Hintertreffen, weil die Weinsberger ihre Außen ins Spiel brachten und diese ihre Chancen konsequent nutzten.
Nach dieser Schwächephase berappelte sich der TSB wieder. Angeführt von Abt gelang innerhalb von vier Minuten der Ausgleich, ein feines Zuspiel des Spielmachers nutzte Kreisläufer Jonas Waldenmaier zum 13:13 (29.). Zwei Gmünder Ballverluste wurden dann aber gnadenlos bestraft, so dass zur Pause statt einem leistungsgerechten Unentschieden ein 13:15 (30.) auf der Anzeigetafel stand. Nach dem Seitenwechsel legte Weinsberg wiederum bis zum 17:19 (38.) vor. Der TSB bewies jedoch Kampfgeist – und zunächst auch Nervenstärke. Abt traf zweimal nacheinander von der Siebenmeterlinie, dann verwandelte Eric Zimmermann einen weiten Pass von Rascher in Kempa-Manier und unter tosendem Applaus des Publikums zum 20:19 (41.).
Es folgte die beste Gmünder Phase in der Partie und das obwohl Bächle mit Rückenproblemen vom Feld musste. Stattdessen übernahm Vincent Pick dessen Part auf Rechtsaußen und traf prompt zum 21:20 (42.). Die Gäste zogen zwar umgehend gleich, doch beim TSB lief neben Abt nun auch Tormann Daniel Mühleisen zur Hochform auf. Als Zimmermann und Waldenmaier im schnellen Umschaltspiel auf 28:25 (52.) erhöhten, schien der Heimsieg zum Greifen nahe. Mit einem Doppelschlag von Linkshänder Moritz Wahl tastete sich Weinsberg allerdings schnell wieder auf 28:27 (54.) heran, zudem kassierte Waibel seine erste Zeitstrafe. Der Knackpunkt aus Sicht von Rascher: „Damit haben wir den Gegner in Schwung gebracht und sind in eine Abwärtsspirale geraten.“
Trotz Unterzahl hielten Abt und Maier den TSB bis zum 30:28 (56.) auf Kurs. Doch der hohe Kräfteverschleiß machte sich bemerkbar. Während Abt in der Abwehr seine Ruhepausen erhielt, gingen besonders den Nebenleuten Rascher und Maier durch die Doppelbelastung die Körner aus. „Der Rest des Teams konnte das nicht auffangen“, meinte Volker Haiser. Erschwerend hinzu kam eine strittige Schiedsrichterentscheidung. Ersatzkeeper Giovanni Gentile bekam eine Gelbe Karte aufgebrummt und der Ballbesitz wechselte, als er von der Bank aufstand, um seinem Torwartkollegen Mühleisen eine Flasche Wasser zu reichen. „Der Schiedsrichter hatte uns mehrfach ermahnt, dass auf unserer Bank zu viele Leute stehen würden“, haderte Co-Trainer Haiser mit dieser kleinlichen Entscheidung.
Mit einer Glanzparade verhinderte Mühleisen zunächst den Ausgleich, doch seine Vorderleute wussten diese Vorlage nicht zu verwerten. Während der TSB in den letzten vier Angriffen erfolglos blieb, drehte Weinsberg das Blatt zum 30:31 (59.) und verpasste es dann sogar, den Deckel drauf zu machen. Neun Sekunden vor Schluss beging Wahl ein Stürmerfoul an Rascher und sah die Rote Karte, weil er den Ball anschließend weggeworfen hatte. Regelkonform gab es dazu den Siebenmeterpfiff und so kam es zum finalen Showdown zwischen Abt und Gästekeeper Krammer. Der Gmünder täuschte kurz an, scheiterte aber mit seinem zu schwachen Wurf.
So unglücklich die Niederlage am Ende wirkte, die TSBler hatten sich diesen neuerlichen Rückschlag selbst zuzuschreiben. Zu viele vergebene Chancen und zu viele einfache Fehler – alles Dinge, die sich laut Haiser „wie ein roter Faden durch unsere vergangenen Heimspiele ziehen.“ Drei davon gingen im Jahr 2023 bereits verloren, wodurch etwa der Tabellenelfte Weinsberg (22:20 Punkte) den achtplatzierten Gmündern (25:17) immer näher kommt. Der TSB konnte sich sogar bei seinem kommenden Gegner Neuenbürg (22:22) bedanken, denn durch deren 30:27-Sieg gegen Konstanz II blieb das Sieben Punkte-Polster auf den ersten Abstiegsplatz bestehen.
Das nächste Heimspiel am kommenden Samstag (19:30 Uhr / Große Sporthalle) wird somit zum vielleicht bislang wichtigsten Spiel dieser Saison, die sich bei einer Fortsetzung der Wurfkrise noch in eine ganz unangenehme Richtung entwickeln könnte. Nach zuletzt drei sieglosen Auftritten ist der Ernst der Lage allen Gmündern bewusst, wie Kapitän Rascher unterstreicht: „Wir haben von Anfang an gewusst, dass es noch in eine ganz andere Richtung gehen kann. Jetzt sind wir genau an dem Punkt, an dem wir mittendrin im Abstiegskampf sind. Gegen Neuenbürg erwartet uns ein richtiges Big Point-Spiel.“

TSB Jets - TSV Weinsberg 30:31 (13:15)


TSB: Daniel Mühleisen, Giovanni Gentile – Tom Abt (7/2), Nicola Rascher (6), Wolfgang Bächle (5), Jonas Waldenmaier (4), Andreas Maier (4), Eric Zimmermann (3), Vincent Pick (1), Louis Waldraff, Christian Waibel, Jan Spindler, Jonas Schwenk, Arian Pleißner
TSV: Marc Krammer, Maximilian Brösch, Nicolas Koch – Sven König (10/1), Moritz Wahl (6), Robin Mahl (5), Felix Hofacker (3), Timon Ströbel (2), Maximilian Schulze (2), Jan König (2), Mert Darancik (1), Simon Schrempf, Felix Reichert, Robin Pech, Marc Krammer, Louis Heim
Siebenmeter: TSB 5/2 – TSV 3/1
Zeitstrafen: TSB 10 Minuten – TSV 12 Minuten
Rote Karte: Moritz Wahl (TSV/60./Unsportlichkeit)
Schiedsrichter: Roland Hofmann (TSV Amicitia Viernheim), Daniel Sohns (SG Heddesheim)
Zuschauer: 550

„Selbst schuld an der Niederlage“ – Stimmen zum Spiel

Dass Linksaußen Eric Zimmermann trotz einer Leistenverletzung auf die Zähne biss und Abwehrspezialist Christian Waibel für 60 Minuten ins Oberliga-Team zurückkehrte, stand sinnbildlich für den hohen kämpferischen Einsatz des TSB Gmünd. Ausgezahlt hat es sich nicht, stattdessen gab es nach der 30:31-Niederlage gegen Weinsberg selbstkritische Töne zu hören. Der Kapitän vermisst die nötige Cleverness – auch bei sich selbst.
Volker Haiser, TSB Co-Trainer: „Die Moral und der Kampf haben gestimmt, doch die Qualität im Abschluss haben wir vermissen lassen. Das zieht sich mittlerweile wie ein roter Faden durch unsere Heimspiele. Mit 31 Gegentoren gegen den besten Rückraum der Liga waren wir eigentlich im Soll. Am Schluss haben die Körner auch in der Abwehr nachgelassen, wir haben nicht mehr so aggressiv nach vorne verteidigt und den Gegner zu dicht herankommen lassen. Da fehlt uns die Breite im Kader. Die Lage ist jetzt noch nicht bedrohlich. Aber die Ernsthaftigkeit, sich mit der Situation auseinanderzusetzen, hat zugenommen. Wir waren nie wirklich raus aus dem Abstiegskampf. Es geht immer noch darum, so schnell wie möglich auf die 30 Punkte zu kommen.“
Eric Zimmermann, TSB-Linksaußen: „Vergangene Woche war das Glück bei uns, dieses Mal eben nicht. In den letzten zehn Minuten haben wir das Spiel zu einfach aus der Hand gegeben. Wenn wir diese vielen dummen Fehler im Angriff nicht machen, dann hätten wir auch schon mit einer Führung aus der ersten Halbzeit herausgehen können. Danach hatten wir eine Phase, in der es gut lief und wir unser volles Können gezeigt haben. Doch die Wurfquote wurde immer schlechter und die vielen Umstellungen machen es uns schwer, sich einzuspielen. Wir müssen konsequent daran arbeiten, dass die guten Phasen wieder zur Normalität werden, um diesen schlechten Lauf zu beenden.“
Nicola Rascher, TSB-Kapitän: „Am Ende fehlt uns die nötige Cleverness. Alleine ich mache in den letzten Minuten drei Fehler, die direkt zum Gegentor führen. Doch schon in der ersten Halbzeit ging es wieder los mit dem Thema, das uns seit einigen Spielen begleitet. Alleine schon drei vergebene Siebenmeter sind einfach zu viel, wenn es eng zu geht. Das alles war unser eigenes Unvermögen. Wenn wir das nicht zeitnah abstellen, dann wird sich das rächen und es wir werden es in dieser Liga ganz schwer haben.“
Christian Waibel, TSB-Routinier: „Eigentlich hatte ich damit gerechnet, nur Ersatz zu sein, durfte dann aber doch von Anfang an ran. Das war kein Problem, denn mit Nico Rascher habe ich schon vor einem Jahr zusammen im Mittelblock gespielt. Natürlich geht es in der Oberliga viel intensiver zu als in der Bezirksliga. Genau dadurch hat es auch Spaß gemacht, zu spielen. Leider konnten wir uns nie richtig absetzen, weil wir zu viele Fehler gemacht und unsere Torchancen nicht genutzt haben – da nehme ich mich selbst nicht aus. Wir sind selbst schuld.“
Andreas Maier, TSB-Rückraumspieler: „Diese Niederlage können wir nicht auf den letzten Siebenmeter schieben. Ich weiß gar nicht, wie viel wir verworfen haben, aber trotzdem hatten wir das Spiel bis sechs Minuten vor Schluss im Griff. Es lag alles in unserer Hand und wir hatten genügend Chancen, nehmen uns dann aber die Würfe zu früh oder aus schlechten Positionen. Wir haben in den vergangenen zwei Wochen zwar wieder mehr Feuer ins Training gebracht und eine super Körpersprache gezeigt. Doch man merkt, dass die Beine schlapp werden und wir nicht mehr so spritzig sind wie noch am Anfang der Saison.“
(Text: Nico Schoch - Archivbilder: Enrico Immer, Nico Schoch)