C-Jugend 2020/21: Von Anfang an ans Leistungsmaximum gehen

Nach Platz drei in der vergangenen Saison streben die C-Junioren des TSB Gmünd erneut in die Spitzengruppe der Bezirksklasse Stauferland. Der Ritt auf der Erfolgswelle dürfte noch längst nicht beendet sein – vorausgesetzt die Mannschaft schöpft Fleiß und Entwicklungspotenzial weiterhin vollständig aus.

Nach Platz drei in der vergangenen Saison streben die C-Junioren des TSB Gmünd erneut in die Spitzengruppe der Bezirksklasse Stauferland. Der Ritt auf der Erfolgswelle dürfte noch längst nicht beendet sein – vorausgesetzt die Mannschaft schöpft Fleiß und Entwicklungspotenzial weiterhin vollständig aus.

Bezirksklasse 2020/21


Der große Vergleich liegt auf der Hand: Was Hansi Flick für den FC Bayern ist, stellt Sascha Grützmacher für die C-Jugendlichen des TSB dar – mit dem feinen Unterschied, dass in Gmünd zuvor kein hochbezahlter Trainer entlassen werden musste. Auch dank der Unterstützung ihres neuen Co-Trainers, der fortan Hermann Stegmaier zur Seite stand, gelang den Jets eine unglaubliche Auferstehung. Als Wendepunkt bleibt der 26.Oktober 2019 in den Köpfen. Wie verwandelt präsentierte sich das Team nach den drei deutlichen Auftaktniederlagen und ließ der zuvor verlustpunktfreien HSG Wangen/Börtlingen beim 27:21-Heimsieg nicht den Hauch einer Chance „Das ganze Team hat gemerkt, dass wir nicht chancenlos sind“, blickt Grützmacher zurück. Im Training sei bereits eine gewisse Wut im Bauch spürbar gewesen. Diese Wut auch in Leistung umzuwandeln, gelang daraufhin mustergültig. Die TSBler spielten sich in einen Rausch und befanden sich mit sieben Siegen in Folge auf dem Höhenflug in Richtung Tabellenspitze, ehe man Ende Januar im Topspiel von der HSG Bargau/Bettringen abrupt auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde.
 
Doch sowohl die überdeutliche 16:39-Schlappe beim Meister als auch die folgende 18:19-Niederlage in letzter Sekunde gegen FA Göppingen 2 schweißten das Team nur noch mehr zusammen. Nerven wie Drahtseile bewiesen die Gmünder in ihrem letzten Heimspiel gegen Herbrechtingen: Nach drei Toren innerhalb der letzten Spielminute wurde ein emotionaler 29:28-Erfolg bejubelt, Rang drei im Fernduell mit den Göppingern war gesichert. „Brutal abgezockt“, findet Grützmacher und unterstreicht, dass die Mannschaft im Laufe der Saison einen ganz besonderen Charakter herausgebildet hat: „Die Entwicklungsschritte sind deutlich zu sehen. Wir sind ruhiger geworden, haben an Struktur gewonnen und es haben sich echte Führungsspieler herauskristallisiert.“ Noel Reibstein und Paul Arnholdt ragten nicht nur in der Torschützenliste heraus, sondern lernten zunehmend, die Verantwortung im Rückraum zu übernehmen. Jeder Einzelne trug seinen Teil zum Erfolg bei, wobei die Geschichte von Magnus Waibel sicherlich eine besondere ist: Nach gerade einmal sieben Monaten ist der flinke Neueinsteiger ein fester Bestandteil in Abwehr und Angriff. Lucas Schmutzert, der das Team mit seinen Reflexen besonders in den engen Spielen auf Kurs hielt, war aus Sicht des Co-Trainers „der beste Torhüter der Liga“. Umso bitterer, dass der so zuverlässige Rückhalt verletzungsbedingt nun für lange Zeit fehlen wird.
Der viel beschworene „Grützmacher-Effekt“ soll auch im zweiten Jahr anhalten. Die Ideen und Impulse des jungen Coaches sollen dazu beitragen, dass die Jets nun von Anfang an nahe heran kommen an ihr Leistungsmaximum. Der frischgebackene Abiturient, nunmehr hauptverantwortlich für die C-Jugend, hat seine eingespielte Truppe in einer schweißtreibenden Vorbereitung auf die kommenden Ziele eingeschworen. Nur fünf Akteure sind in die B-Jugend aufgerückt. „Wir haben gemeinsam ein Gebilde geschaffen, das Potenzial für die Zukunft hat“, ist Grützmacher überzeugt. Auch wenn sich die Hoffnung, in einer höheren Liga angreifen zu dürfen, aufgrund der ausgefallenen Qualifikationsturniere nicht erfüllte.
 
Also ist es am Ende wieder die Bezirksklasse geworden. Für diese Herausforderungen sehen sich die jungen Gmünder bestens gewappnet. „Alle meine Spieler besitzen ein großes Entwicklungspotenzial und die Trainingsarbeit zeigt uns, dass die Entwicklung weiter nach vorne geht“, berichtet Grützmacher. Besonders im Fokus stehen die Grundlagen in der Deckungsarbeit, Abwehrstellungen und – ganz wichtig – die Kommunikation untereinander auf dem Spielfeld. Da wünscht sich der Trainer etwas mehr Lautstärke und deutliche Kommandos von seinen hochveranlagten Schützlingen. Das übergeordnete Ziel sei es, die Jungs bestens auf den großen Schritt in die B-Jugend vorzubereiten.
 
Auf dem Papier fällt es zwar schwer, Prognosen abzugeben. Doch auch rein sportlich sind die Ambitionen, die Grützmacher vorgibt, unmissverständlich: „Es muss unser Anspruch sein, ganz oben mitzuspielen. Das ist, denke ich, auch machbar. Wenn wir jedes Heimspiel gewinnen, werden wir erneut unter den ersten Drei in der Tabelle landen.“ Sollte es am Ende sogar zum ganz großen Wurf reichen, darf sicherlich gerne wieder der Vergleich mit Hansi Flick bedient werden.
 
Das Team: Ben Abele, Paul Arnholdt, Felix Bauer, Ulrich Baumhauer, Fabian Beuther, Elias Bönsel, Dennis Bruch, Timothy Friedel, Eronik Haklaj, Niko Hieber, Finn Hinderberger, Dejan Milic, Finn Nowotny, Niklas Levin Retzler, Lucas Schmutzert, Raphael Schnaufer, Gregor Schuler, Felix Vatheuer, Magnus Waibel

(Text und Bilder: Nico Schoch)