A-Jugend 2020/21: 18 Kracherspiele für den Vorzeige-Jahrgang

Die verdiente Krönung, gleichermaßen aber auch eine exorbitante Herausforderung: In ihrem letzten gemeinsamen Jahr werden die A-Jugendlichen von Cheftrainer Aaron Fröhlich ein bislang unbekanntes Leistungsniveau kennenlernen. Eingespieltheit und Kampfkraft sollen die größten Trümpfe sein, um in der Baden-Württemberg-Oberliga zu bestehen.

Hintere Reihe von links nach rechts: Sportlicher Leiter Jürgen Rilli, Frank Ott, Arian Pleißner, Kai Kiesel, Frederik Füchtner, Jonathan Leichs, Patrick Watzl, Can Oktay, Tom Abt, Trainer Aaron Fröhlich, Abteilungsleiter Michael Hieber
Vordere Reihe von links nach rechts: Valentin Pick, Vincent Pick, Simeon Kratochwille, Julian Sacher, Dennis Slonek, Hannes Kauderer, Louis Waldraff, Jonas Schmutzert
Auf dem Bild fehlt: Gentjan Krasniqi
Die verdiente Krönung, gleichermaßen aber auch eine exorbitante Herausforderung: In ihrem letzten gemeinsamen Jahr werden die A-Jugendlichen von Cheftrainer Aaron Fröhlich ein bislang unbekanntes Leistungsniveau kennenlernen. Eingespieltheit und Kampfkraft sollen die größten Trümpfe sein, um in der Baden-Württemberg-Oberliga zu bestehen.

Hintere Reihe von links nach rechts: Sportlicher Leiter Jürgen Rilli, Frank Ott, Arian Pleißner, Kai Kiesel, Frederik Füchtner, Jonathan Leichs, Patrick Watzl, Can Oktay, Tom Abt, Trainer Aaron Fröhlich, Abteilungsleiter Michael Hieber
Vordere Reihe von links nach rechts: Valentin Pick, Vincent Pick, Simeon Kratochwille, Julian Sacher, Dennis Slonek, Hannes Kauderer, Louis Waldraff, Jonas Schmutzert
Auf dem Bild fehlt: Gentjan Krasniqi

Baden-Württemberg-Oberliga 2020/21


Zehn Siege in Folge. Mit dieser stolzen Bilanz verabschiedeten sich die TSB-Youngster in die ungewohnt lange Sommerpause. Ein Wermutstropfen war es, dass das Saisonfinale in eigener Halle aufgrund der Corona-Krise ausfallen musste – und damit auch der Abschied von Florian Krazer und Sascha Grützmacher. Die beiden einzigen Spieler aus dem älteren Jahrgang 2001 rücken in die Zweite Mannschaft auf. Der Vorzeige-Jahrgang 2002 allerdings fiebert nun dem „Abenteuer BWOL“ entgegen. Dorthin war es ein mehr als steiniger Weg.
 
Die Qualifikation zur Württemberg-Oberliga nur mit Müh und Not gemeistert, drei der ersten vier Saisonspiele verloren und von den Titelkandidaten Hofen/Hüttlingen (20:33) sowie Bottwar (25:37) aus der Halle geschossen worden: Im Oktober 2019 war Ernüchterung eingekehrt bei den TSB-Youngstern, die sich in ihren beiden B-Jugendjahren zuvor zweimal die Vize-Meisterschaft in der höchsten Spielklasse des HVW gesichert hatten. Bei Aaron Fröhlich hatten bereits im Sommer angesichts einer laschen Vorbereitung die Alarmglocken geschrillt. Doch der Trainer wusste seine Jungs mit der richtigen Mischung aus Härte und Emotionen in die richtige Bahn zu lenken. Der nach dem Fehlstart beginnende Aufwärtstrend war aus Fröhlichs Sicht alles andere als unerwartet: „Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr und ist uns auch nicht in den Schoß gefallen, sondern wir haben sehr hart dafür gearbeitet. Etwas Besseres, als das, was wir durchlebt haben, kann es für junge Spieler nicht geben.“
Bei der erfolgreichen Derby-Revanche gegen Hofen/Hüttlingen (34:23) kurz vor Weihnachten trug der Aufwärtstrend bereits reife Früchte. Die Gmünder Jungs auszubremsen, war nicht mehr möglich. Ein Schützenfest jagte das nächste, gleich dreimal knackte der TSB auch die 40 Tore-Marke. „Jeder einzelne Spieler ist enorm vorangekommen, hat sich an die höhere Intensität und die stärkere Körperlichkeit gewöhnt“, lobt Fröhlich. Spielmacher Tom Abt und Linkshänder Patrick Watzl durften längst in der Ersten Mannschaft Oberliga-Luft schnuppern, doch auch beim flexiblen Hannes Kauderer sowie Valentin Pick mit seiner Spielintelligenz zeigte die Formkurve steil nach oben. In Person von Abt und Kai Kiesel bildete sich der ligaweit wohl stärkste Abwehrblock heraus, dahinter harmonierte auch das Torhütergespann mit Sascha Grützmacher und Julian Sacher wie noch nie zuvor. Und nicht zuletzt waren auch die B-Jugendlichen Arian Pleißner und Simeon Kratochwille mehr als nur ordentlich integriert.
 
Als die TSBler im Endspurt schließlich dazu ansetzten, auch den designierten Meister aus Bietigheim zu Fall zu bringen, avancierte Pleißner zur Überraschungswaffe. Schließlich deklassierten die Gmünder den Bundesliga-Nachwuchs mit 42:31. Es war der Tag, an dem alle über sich hinausgewachsen waren. „Wir wussten, dass wir Bietigheim schlagen können“, betonte Fröhlich angesichts der Tatsache, dass seine Jungs bereits im Hinspiel nah dran waren an einer Überraschung. Dass der Triumph dermaßen deutlich ausfallen würde, damit hätte auch der ambitionierte Chefcoach wohl selbst in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet. Zum Titel reichte es für die Gmünder dennoch nicht, dazu war Bietigheim über die gesamte Saison hinweg doch zu konstant. „Wir haben durch unseren Sieg nochmals unterstrichen, dass wir in der Rückrunde die beste Mannschaft der Liga waren“ so Fröhlich, der auch mit der dritten Vize-Meisterschaft in Folge hochzufrieden ist: „Wir haben es geschafft, jeden Gegner in dieser Liga einmal zu schlagen. Das war unser Ziel und darüber sind wir auch sehr stolz.“
Schon bald kommt es zu einem Wiedersehen mit der SG BBM Bietigheim – dann sogar in der zweithöchsten Spielklasse. Mit den württembergischen Kontrahenten – ob aus Wangen im Allgäu oder aus dem Raum Stuttgart – sind die TSBler längst vertraut. Vervollständigt wird das Klassement durch die Nachwuchsteams der Drittligisten TGS Pforzheim und SG Leutershausen (Baden) sowie vom Fast-Bundesligisten TuS Schutterwald und dem vermeintlichen Underdog HSC Radolfzell (Südbaden). „Da sind richtige Kracher dabei“, weiß TSB-Kapitän Tom Abt. Man könnte auch sagen: Es warten 18 absolute Kracherspiele. Wangen und Kornwestheim lieferten sich vor zwei Jahren in der B-Jugend einen Showdown um die württembergische Meisterschaft. Lokalrivale TSV Heiningen baut zum größten Teil auf seinen Jahrgang 2003, darunter drei aktuelle HVW-Auswahlspieler, der in der Vorsaison in einem einzigen Siegeszug durch die B-Jugend-Württembergliga marschiert waren. Das Publikum darf sich auf heiße Duelle freuen, sowohl in der Großen Sporthalle als auch bei den Auswärtsfahrten.
 
Kein Wunder, dass die Vorfreude mit Händen zu greifen ist. „Es ist mein letztes Jugendjahr. Mein letztes Jahr, in dem ich gegen Gleichaltrige und mit meinen Kumpels, die ich seit der D-Jugend kenne, zusammenspielen darf. Diese Saison wird ein Highlight für uns, ein Highlight für den gesamten TSB“, erklärt Tom Abt. Mit breiter Brust fügt er hinzu: „Wir als Mannschaft haben da richtig etwas vor.“ Fest steht aber, dass die Jets jede Woche an ihr Limit gehen müssen, um auf diesem hohen Niveau überhaupt eine Chance auf (Punkt-)Erfolge zu haben. Geschenkt wird dem Fröhlich-Team nichts, einfache Gegner sucht man anders als in der Württembergliga vergeblich. Die Eingespieltheit der verschworenen Truppe wird deshalb ebenso zum Pluspunkt wie jene unbändige Kampf- und Willenskraft, die der Trainer seinen Jungs in den vergangenen Jahren eingeimpft hat.
Wo werden sich die TSB-Youngster im namhaften Klassement einsortieren? Wird es erneut der zweite Platz? Oder sogar mehr? „Wir sollten die ersten Spiele abwarten“, mahnt der Kapitän, zumal er und seine Mitspieler die Doppelbelastung mit Erster oder Zweiter Herrenmannschaft meistern müssen. „Doch natürlich sind wir allesamt ehrgeizige Typen“, so Abt, „unser Ziel, so formuliert es Aaron immer ganz gut, ist es, jeden Gegner einmal zu schlagen. Und wenn man es zweimal schafft, dann ist es umso schöner.“

(Text und Bilder: Nico Schoch - Mannschaftsfoto: Jörg Frenze / JF-FotoStyle)