Keine Spaßfahrt zum Schlusslicht

Der TSB Gmünd nimmt das Auswärtsspiel beim HC Hohenems in Vorarlberg nicht auf die leichte Schulter. Die Mannen von Stefan Klaus wollen auch gegen das Schlusslicht mit vollem Einsatz zu Werke gehen und der Trainer gibt die Devise voraus: „Wir wollen Spitzenreiter bleiben.“ Die Partie beim österreichischen Vertreter steigt am Samstag, 20 Uhr. Der TSB setzt einen Fanbus ein.


Mit dem 25:23-Sieg im Spitzenspiel der Württembergliga Süd am vergangenen Samstag über den TSV Wolfschlugen hat der TSB Gmünd nicht nur die Tabellenführung vor dem punktgleichen TSV Heiningen verteidigt und damit die Halbzeitmeisterschaft gesichert – viel wichtiger ist das Signal, das mit diesem Match tief in der Seele der Jungs von Trainer Stefan Klaus angekommen ist: Ja, wir können auch mal nur 23 Tore kassieren. Ja, wir können auch gewinnen, wenn wir nur 25 Tore schießen. Ja, wir können auch mal ein Spiel in der zweiten Halbzeit drehen und haben auch im Endspurt noch was drauf. So etwas stärkt das Selbstbewusstsein und den Glauben daran, dass es mit der Rückkehr in die Oberliga Baden-Württemberg auf Anhieb gelingen kann.

Stefan Klaus ist zwar auch davon angetan, wie seine Akteure die bislang einzige Niederlage bei der SKV Unterensingen durch die beeindruckenden Siege bei der SG Lauterstein und gegen den TSV Wolfschlugen weggesteckt haben, der TSB-Coach warnt aber ebenso eindringlich davor, bei den letzten beiden Spielen des Jahres 2018 in Euphorie oder gar Übermut zu verfallen: „Die Spiele am Samstag beim 225 Kilometer entfernten HC Hohenems (Vorarlberg) und dann zwei Tage vor Heiligabend zu Hause gegen die SG Ostfildern sind ganz wichtig für den weiteren Verlauf der Rückrunde, da dürfen wir uns keinen Ausrutscher erlauben. Das wird knallharte Arbeit.“ Spielbeginn ist um 20 Uhr in der Herrenriedhalle.

Die Vereine des Handballverbands Vorarlberg (Österreich) kooperieren seit vielen Jahren, insbesondere im Jugendbereich, mit dem Handballverband Württemberg. Der HC Tectum Hohenems qualifizierte sich als Vorarlbergmeister und Cupgewinner für die Württembergliga Süd.

Nach der Vorrunde hat es den Anschein, dass die Emser die Klasse nicht halten können. Nach nur zwei Siegen (29:25 gegen Hegensberg-Liebersbronn und 23:18 gegen RW Laupheim) zieren die Österreicher das Tabellenende. „Der HC ist aber vor allem zu Hause sehr stark und verlor einige Spiele erst in der Schlussphase unglücklich“, weiß Stefan Klaus, „zudem fehlten einige Stammspieler verletzt.“ In der Tat hat HC-Spielertrainer Gernot Watzl die Saison noch nicht abgeschrieben. Er baut besonders darauf, dass „Shooter“ Dilys Daugirdas und Neuzugang Christian Jäger das Ruder nochmals herumreißen können. Gegen den TSB will er aber in erster Linie eine ähnliche hohe Niederlage (20:33) wie in der Vorrunde vermeiden.

„Wir werden hoch konzentriert das Spiel angehen und wollen von Anfang an Druck aufbauen“, kündigte Stefan Klaus an. In der Vorbereitung musste der TSB-Trainer ein wenig improvisieren: Torwart Sebastian Fabian „zwickte“ es in der Schulter, Aaron Fröhlich dosierte das Pensum, um seine Erkältung auszukurieren, und Yannik Leichs, der beim TSB sein Freiwilliges Soziale Jahr (FSJ) absolviert, war die ganze Woche über bei einem Lehrgang in Tailfingen. Am Samstag sind sie aber aller wieder dabei. Die beiden A-Jugendlichen Lukas Kauderer und Hendrik Prahst dagegen sind für den TSV Bartenbach im Einsatz.

Der TSB hofft auch bei diesem „internationalen Spiel“ auf die Unterstützung seiner Fans und bietet deshalb eine Mitfahrgelegenheit. Der Bus fährt am Samstag um 15 Uhr an der Großsporthalle ab, die Rückkehr ist für 1 Uhr am Sonntag geplant.
Anmeldungen bei Co-Trainer Patrick Schamberger, Telefon 0151 / 40142329. Der Unkostenbeitrag für die Fahrt (Eintrittskarte nicht inklusive) beträgt 10 Euro, Kinder und Jugendliche zahlen die Hälfte.

Aufgebot des TSB: Sebastian Fabian, Giovanne Gentile, Wolfgang Bächle, Yannik Leichs, Jan Häfner, Christian Waibel, Aaron Fröhlich, Lukas Waldenmaier, Felix Häfner, Sven Petersen, Dominik Sos, Jonas Waldenmaier

© Gmünder Tagespost 13.12.2018 19:02 / Winfried Hofele 

Blick auf den Gegner: HC Tectum Hohenems

  • Vereinshistorie: Der erstmalige Aufstieg in die Württembergliga ist der größte Erfolg seit Gründung 1956. Die „Grafenstädtler“ verfolgen weiterhin große Ziele und wollen sich bis 2022 in der vorderen Tabellenhälfte der Baden-Württemberg Liga etablieren. Als Hauptsponsor und Namensgeber – was in Österreich nicht unüblich ist – tritt der heimische Bauwerksabdichter TECTUM in Erscheinung.

  • Vereinsfarben: Schwarz-Rot

  • Ortskunde: Die Stadt Hohenems (16.317 Einwohner) liegt im Bezirk Dornbirn in Vorarlberg. Im 18. Jahrhundert wurden in der Schlossbibliothek zwei der drei bedeutendsten Handschriften des Nibelungenliedes gefunden. Fußballtrainer Adi Hütter (E.Frankfurt) stammt aus Hohenems.

  • Heimspielstätte: Sporthalle Herrenried (Schubertstraße 12, Hohenems)

  • Anfahrtsweg: 224 Kilometer (ca. 2 Stunden 9 Minuten) über A7 und A96

  • Platzierung 2017/18: Nach einem 32:24-Sieg gegen die SG Lauterstein 2 am letzten Spieltag feierte man vor heimischer Kulisse die Meisterschaft in der Landesliga 3.

  • Württembergliga-Erfahrung: Erstmals in der WL vertreten

  • Letzte Duelle mit dem TSB: Das Hinspiel war das erste direkte Aufeinandertreffen und der TSB siegte in heimischer Halle ungefährdet mit 33:20.

  • Saisonziel 2018/19: Frühzeitiger Klassenerhalt

  • Aktueller Tabellenplatz: 15. und letzter Platz - 4:24 Punkte, 341:419 Tore

  • Bisherige Bilanz: 2 Siege (23:18 gegen Laupheim und 29:25 gegen Hegensberg-Liebersbronn) - 12 Niederlagen

  • Spielertrainer: Rückraumschütze Gernot Watzl (Jahrgang 1985, seit 2016 im Amt) hat bereits 534 Tore für Bregenz, Hard und Linz in der Handballliga Austria erzielt. Zweimal wurde er österreichischer Meister mit Bregenz.

  • Top-Spieler: Neuzugang und Ex-Jugendnationalspieler David Stockinger (Jahrgang 1992, ehemals Bregenz und Graz) verfügt ebenso wie der Spielertrainer über Erstligaerfahrung.

  • Besonderes: Die Handballer aus dem österreichischen Vorarlberg sind mit einer Sondervereinbarung bereits seit einigen Jahren dem württembergischen Spielbetrieb zugeordnet. Der Grund: Die Wege in den entsprechenden österreichischen ligen sind deutlich weiter als im HVW. Übrigens schafften die B-Junioren als erstes Emser Jugendteam überhaupt zur Saison 18/19 die Württembergliga-Qualifikation – und treffen dort auch auf den TSB.

  • Internet: https://www.hchohenems.at/

    (Nico Schoch)