Bis weit in die zweite Hälfte war das erste Regionalliga-Heimspiel im neuen Jahr ein Geduldstest für den TSB Gmünd. Gegen die abstiegsbedrohte MTG Wangen schenkt der Tabellenzweite zunächst eine Fünf Tore-Führung her, schüttelt sich aber und macht mit einem starken Zwischenspurt den deutlichen 31:23 (13:13) – Sieg perfekt.

Nicht immer war es souverän, der Jubel hinterher aber umso ausgelassener: Nachdem vor dem Jahreswechsel zwei von drei Heimspielen verloren gingen, ist der TSB Gmünd in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Während parallel einige Konkurrenten patzen, eroberte das Team von Trainer Aaron Fröhlich den zweiten Tabellenplatz zurück. Doch erst in den letzten 20 Minuten hatte der TSB seine Pflichtaufgabe gegen die MTG Wangen in sichere Bahnen gelenkt. Hinterher war es Kritik auf hohem Niveau: Doch der Favorit hätte sich den Abend selbst viel entspannter gestalten können.
Die neue Abwehr brilliert
Früh waren die Jets auf dem richtigen Weg. Daniel Mühleisen lenkte den ersten Rückraumwurf der Gäste direkt ans Lattenkreuz, vorne eröffnete Gmünds frisch gekürter „Sportler des Jahres“ Wolfgang Bächle den Torreigen. Die Paraden von Mühleisen und ein starkes Blockspiel trieben den TSB an. Andreas Maier, Stephan Mühleisen und Yannik Leichs bildeten ein neues Bollwerk, rückten immer wieder heraus und stressten die Wangener Angreifer. Auf der Gegenseite schlug der Rückraum immer wieder gnadenlos zu, Stefan Scholz stieg hoch in die Luft und hatte nach neun Minuten bereits dreimal eingenetzt. Als Keeper Mühleisen über die volle Distanz ins leerstehende Tor traf und Leichs das 8:3 (11.) nachlegte, schien alles nach Plan zu laufen.

Der TSB war hochkonzentriert, aufmerksam, defensiv präsent – ließ aber die letzte Konsequenz vermissen. Patrick Watzl gab nach vier Monaten Verletzungspause sein Comeback, um die halbrechte Abwehrseite zu verstärken. Doch offensiv herrschte zunehmend Ladehemmung: Scholz vergab zweimal nacheinander, der sonst so sichere Niklas Burtsche setzte einen Dreher an den Innenpfosten und Kai Schäffner warf versehentlich einen Fotografen ab. Wangen witterte seine Chance und war mit dem 10:8 (18.) zurück in der Partie. Weil aber die neuformierte Gmünder Abwehr sicher stand, fiel zwischenzeitlich sechs Minuten lang kein Tor auf beiden Seiten.
Bitterer Ausgleich vor der Pause
Sobald der TSB ins Tempospiel kam, konnten die Gäste nicht mehr Schritt halten. Bächle versenkte einen Gegenstoß ganz sicher, doch die 13:9-Führung (26.) war alles andere als bequem. Die Gmünder waren überlegen, fanden aber immer wieder in MTG-Rückhalt Niclas Hommel ihren Meister. Der Vorsprung war aufgebraucht, als Marius Mücke durchbrach und zum 13:13 (30.) ausglich. Symbolisch für diese Gmünder Schwächephase: Mit der letzten Aktion vor der Pause spielte Schäffner einen weiten Pass auf die rechte Außenbahn – doch dort stand niemand. Innerhalb einer Viertelstunde hatten die furios gestarteten Hausherren nur noch drei Tore erzielt.

Wild entschlossen kehrten die Jets aus der Kabine zurück, mühten sich zunächst aber kräftig ab. Wangen hielt mit allen Mitteln dagegen und so entwickelte sich eine intensive Abwehrschlacht. Maier warf den TSB wieder in Front. Linkshänder Scholz traf dann zwar nur die Latte, eroberte dann aber selbst die Kugel zurück und provozierte eine Zeitstrafe gegen die Gäste. Die starke Abwehr mit Mühleisen dahinter blieb der Garant – es war eine enorme Steigerung im Vergleich zur ersten Saisonhälfte.
Der Knoten platzt erst spät
Als Leichs zunächst an Torwart Hommel scheiterte, Bächle aber den Abpraller zum 17:14 (39.) verwandelte, war dies ein echter Brustlöser für die Gmünder Offensive. Zunehmend griff auch das Tempospiel: Schäffner legte uneigennützig ab für Maier, der erhöhte. Die nächste Parade von Mühleisen vergoldete Bächle mit dem Treffer zum 19:14 (41.). Fast zehn Minuten lang kassierte der TSB keinen Gegentreffer. Da war es sogar zu verschmerzen, dass Burtsche auch seinen zweiten Strafwurf vergab. Von der Unterkante der Latte sprang die Kugel auf die Torlinie und wieder ins Feld. Eine starke Einzelaktion nutzte Scholz zum 21:15 (46.), woraufhin die Gäste ihre letzte Auszeit nehmen. Doch der TSB sollte nicht erneut ins Straucheln geraten.

Ganz im Gegenteil: Die Jets konnten sich weiterhin auf ihr Bollwerk verlassen, drückten nach jedem Ballgewinn weiterhin aufs Gaspedal. Bächle erzielte mit ganz viel Gefühl seinen siebten Treffer, Leichs erhöhte schwungvoll auf 24:17 (50.). Dies war die Entscheidung. Von der Bank kamen schließlich noch frische Kräfte: Der aus seinem Auslandssemester zurückgekehrte Arian Pleißner trug sich prompt in die Torschützenliste ein, der A-Jugendliche Simon Neumaier schlug glänzend ein und traf in der Schlussphase dreimal. Das Sahnehäubchen: Der spät für Mühleisen eingewechselte Torwart Tobias Klemm parierte erst und warf die Kugel dann selbst ins leerstehende Gästetor zum 31:23-Endstand.

Der TSB sendet ein klares Zeichen an die Konkurrenz – musste zuvor aber harte Arbeit verrichten. Kommenden Samstag (20 Uhr) geht es um Revanche beim TuS Steißlingen, bevor es am 01. Februar in eigener Halle zum Topspiel gegen Tabellenführer HSG Albstadt kommt.










































