Der TSB Gmünd hat sich längst viel Respekt in der 3. Liga verschafft, wartet aber seit nunmehr fünf Spielen auf die Belohnung. Ohne Ehrfurcht tritt der immer stärker werdende Tormann Fabian Bauer am Samstag (19:30 Uhr / Große Sporthalle) dem amtierenden Meister SV Kornwestheim entgegen – und gleichzeitig dem Top-Torjäger der Liga.
Für Bauer fühlte sich der Auftritt in Würzburg dennoch wie ein persönlicher Durchbruch an. Der Neuzugang war vom TSV Deizisau aus der Verbandsliga gleich drei Ligen nach oben gewechselt und musste sich zunächst an das höhere Niveau gewöhnen. „Natürlich merke ich den Qualitätsunterschied, aber auch, dass ich in jedem Training einen kleinen Schritt mache. Vielleicht habe ich mir selbst ein bisschen zu viel Druck gemacht oder zu viel von mir erwartet“, sagt er. Die jüngste Leistung sei ein wichtiger Schritt gewesen – aber noch lange kein Grund, sich zurückzulehnen. „Es war nur ein Spiel und im Optimalfall zeige ich jede Woche solche konstanten Leistungen.“
Ein Torwartduo, das sich gegenseitig antreibt
Dabei setzt Bauer auch auf das Zusammenspiel mit Daniel Mühleisen. Der junge Herausforderer und der erfahrene Schlussmann konkurrieren um Spielzeit, ziehen aber gemeinsam an einem Strang. „Dani ist genauso ehrgeizig wie ich und wir wollen natürlich beide spielen, funktionieren aber auch als Team gut“, so Bauer. Auch abseits der Halle stimmt die Chemie: „Wir haben Spaß miteinander zu quatschen, nicht nur im Training. Er ist ein Verrückter wie ich, vielleicht sogar noch ein bisschen verrückter.“ Läuft es bei einem der beiden, steht der andere hinter ihm – für Bauer ein wesentlicher Bestandteil des Duos zwischen den Pfosten. Gleichzeitig hilft Torwarttrainer Philipp Neukamm dabei, die Entwicklung voranzutreiben.

Dass der TSB trotz fünf siegloser Spiele in Folge nicht in schlechte Stimmung verfällt, erlebt Bauer täglich. Die knappen Niederlagen seien zwar extrem bitter, doch die Mannschaft richte den Blick schnell wieder nach vorne. Denn: „Nach Niederlagen mit zehn Toren Unterschied wäre es viel schwieriger, ins Training zu kommen.“ Stattdessen fehlen dem TSB oft nur Kleinigkeiten zu den erhofften Bonuspunkten. „Es ist nicht weit, es fehlt nicht viel“, fasst Bauer zusammen. Jeder ist motiviert, das nächste Spiel zu gewinnen und den etablierten Teams zu zeigen, dass wir mithalten können.“ Die positive Stimmung spiegele sich auch in den Trainingsleistungen wider.
Nicht nur sportlich hat sich Bauer perfekt bei den „Jets“ eingelebt – und macht dabei seinem Nachnamen alle Ehre. Der Student und ehrenamtliche SPD-Kommunalpolitiker versorgt Trainer wie Teamkollegen regelmäßig mit frischem Gemüse vom familieneigenen Hof in Kleinheppach. „Wir sind schnell darüber ins Gespräch bekommen und ich bringe wöchentlich einen Korb von dem, was sie gerade brauchen. Alle sind sehr zufrieden und so machen wir das weiter.“ Mit dem Beginn der Wintersaison stehen Ackersalat, Kresse und Rettich auf dem Plan, dazu gibt es noch Schnittlauch und frisch geerntete Kürbisse. Doch vor seinem 23. Geburtstag in der kommenden Woche will der Schlussmann nicht nur Gemüse ernten, sondern sich viel lieber selbst ein Geschenk in Form von Punkten bescheren.
Selbst gegen den Meister ist alles möglich
Zu Gast in der Großen Sporthalle ist niemand geringeres als der amtierende Meister SV Kornwestheim, der mit Felix Kazmaier zudem den Top-Torjäger der Südstaffel in seinen Reihen hat. Herausragende 102 Treffer erzielte der Rückraumlinke in bislang neun Partien, 18-mal netzte er alleine in der Partie gegen den TSV Neuhausen/Filder ein. Grund genug für Bauer, sich die Wurfbilder des Ausnahmekönners des aktuellen Tabellendritten ganz genau anzusehen: „Doch ein einzelner Spieler ist auch nur so gut wie das Team. Wir wissen, dass wir die Qualität für die Liga haben und wir uns vor niemandem zu verstecken brauchen.“ Dieser Oktober voller Duelle zwischen David und Goliath passt zur Mannschaft, die sich in der 3. Liga ihren Platz erst erkämpfen muss. „Ich wurde super aufgenommen und man spürt, dass alle im Verein diese Geschichte fortführen wollen“, sagt Bauer. „Das macht Spaß, dass der ‚kleine‘ TSB gegen die etablierten Mannschaften mithalten und sie ärgern kann. Ganz besonders in eigener Halle.“

Auch gegen Kornwestheim gelte deshalb: Respekt ja, Ehrfurcht nein. Gelingt es den Gmündern, die eigenen Stärken auf die Platte zu bringen und mit der Unterstützung der Halle das Momentum auf ihre Seite zu ziehen, hält Bauer eine Überraschung durchaus für möglich. So wie sie bereits vorige Woche in Würzburg in der Luft lag. Und vielleicht gelingt Bauer dabei auch noch ein persönlicher Premierenmoment: Anders als Torwartpartner Mühleisen steht er bislang ohne eigenen Treffer da – allerdings hatte er auch noch keine Gelegenheit dazu. „Es wird Zeit, nachzulegen“, sagt er schmunzelnd. „Aber meine Hauptaufgabe besteht darin, die Tore zu verhindern. Natürlich würde ich mich auch gerne mal in die Torschützenliste eintragen.“ Für den TSB wäre am Samstag ohnehin ein anderer Eintrag wichtiger: endlich wieder zwei Punkte, die gegen den SV Kornwestheim einer Sensation gleich kämen.
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Der TSB Gmünd hat sich längst viel Respekt in der 3. Liga verschafft, wartet aber seit nunmehr fünf Spielen auf die Belohnung. Ohne Ehrfurcht tritt der immer stärker werdende Tormann Fabian Bauer am Samstag (19:30 Uhr / Große Sporthalle) dem amtierenden Meister SV Kornwestheim entgegen – und gleichzeitig dem Top-Torjäger der Liga.
Für Bauer fühlte sich der Auftritt in Würzburg dennoch wie ein persönlicher Durchbruch an. Der Neuzugang war vom TSV Deizisau aus der Verbandsliga gleich drei Ligen nach oben gewechselt und musste sich zunächst an das höhere Niveau gewöhnen. „Natürlich merke ich den Qualitätsunterschied, aber auch, dass ich in jedem Training einen kleinen Schritt mache. Vielleicht habe ich mir selbst ein bisschen zu viel Druck gemacht oder zu viel von mir erwartet“, sagt er. Die jüngste Leistung sei ein wichtiger Schritt gewesen – aber noch lange kein Grund, sich zurückzulehnen. „Es war nur ein Spiel und im Optimalfall zeige ich jede Woche solche konstanten Leistungen.“
Ein Torwartduo, das sich gegenseitig antreibt
Dabei setzt Bauer auch auf das Zusammenspiel mit Daniel Mühleisen. Der junge Herausforderer und der erfahrene Schlussmann konkurrieren um Spielzeit, ziehen aber gemeinsam an einem Strang. „Dani ist genauso ehrgeizig wie ich und wir wollen natürlich beide spielen, funktionieren aber auch als Team gut“, so Bauer. Auch abseits der Halle stimmt die Chemie: „Wir haben Spaß miteinander zu quatschen, nicht nur im Training. Er ist ein Verrückter wie ich, vielleicht sogar noch ein bisschen verrückter.“ Läuft es bei einem der beiden, steht der andere hinter ihm – für Bauer ein wesentlicher Bestandteil des Duos zwischen den Pfosten. Gleichzeitig hilft Torwarttrainer Philipp Neukamm dabei, die Entwicklung voranzutreiben.

Dass der TSB trotz fünf siegloser Spiele in Folge nicht in schlechte Stimmung verfällt, erlebt Bauer täglich. Die knappen Niederlagen seien zwar extrem bitter, doch die Mannschaft richte den Blick schnell wieder nach vorne. Denn: „Nach Niederlagen mit zehn Toren Unterschied wäre es viel schwieriger, ins Training zu kommen.“ Stattdessen fehlen dem TSB oft nur Kleinigkeiten zu den erhofften Bonuspunkten. „Es ist nicht weit, es fehlt nicht viel“, fasst Bauer zusammen. Jeder ist motiviert, das nächste Spiel zu gewinnen und den etablierten Teams zu zeigen, dass wir mithalten können.“ Die positive Stimmung spiegele sich auch in den Trainingsleistungen wider.
Nicht nur sportlich hat sich Bauer perfekt bei den „Jets“ eingelebt – und macht dabei seinem Nachnamen alle Ehre. Der Student und ehrenamtliche SPD-Kommunalpolitiker versorgt Trainer wie Teamkollegen regelmäßig mit frischem Gemüse vom familieneigenen Hof in Kleinheppach. „Wir sind schnell darüber ins Gespräch bekommen und ich bringe wöchentlich einen Korb von dem, was sie gerade brauchen. Alle sind sehr zufrieden und so machen wir das weiter.“ Mit dem Beginn der Wintersaison stehen Ackersalat, Kresse und Rettich auf dem Plan, dazu gibt es noch Schnittlauch und frisch geerntete Kürbisse. Doch vor seinem 23. Geburtstag in der kommenden Woche will der Schlussmann nicht nur Gemüse ernten, sondern sich viel lieber selbst ein Geschenk in Form von Punkten bescheren.
Selbst gegen den Meister ist alles möglich
Zu Gast in der Großen Sporthalle ist niemand geringeres als der amtierende Meister SV Kornwestheim, der mit Felix Kazmaier zudem den Top-Torjäger der Südstaffel in seinen Reihen hat. Herausragende 102 Treffer erzielte der Rückraumlinke in bislang neun Partien, 18-mal netzte er alleine in der Partie gegen den TSV Neuhausen/Filder ein. Grund genug für Bauer, sich die Wurfbilder des Ausnahmekönners des aktuellen Tabellendritten ganz genau anzusehen: „Doch ein einzelner Spieler ist auch nur so gut wie das Team. Wir wissen, dass wir die Qualität für die Liga haben und wir uns vor niemandem zu verstecken brauchen.“ Dieser Oktober voller Duelle zwischen David und Goliath passt zur Mannschaft, die sich in der 3. Liga ihren Platz erst erkämpfen muss. „Ich wurde super aufgenommen und man spürt, dass alle im Verein diese Geschichte fortführen wollen“, sagt Bauer. „Das macht Spaß, dass der ‚kleine‘ TSB gegen die etablierten Mannschaften mithalten und sie ärgern kann. Ganz besonders in eigener Halle.“

Auch gegen Kornwestheim gelte deshalb: Respekt ja, Ehrfurcht nein. Gelingt es den Gmündern, die eigenen Stärken auf die Platte zu bringen und mit der Unterstützung der Halle das Momentum auf ihre Seite zu ziehen, hält Bauer eine Überraschung durchaus für möglich. So wie sie bereits vorige Woche in Würzburg in der Luft lag. Und vielleicht gelingt Bauer dabei auch noch ein persönlicher Premierenmoment: Anders als Torwartpartner Mühleisen steht er bislang ohne eigenen Treffer da – allerdings hatte er auch noch keine Gelegenheit dazu. „Es wird Zeit, nachzulegen“, sagt er schmunzelnd. „Aber meine Hauptaufgabe besteht darin, die Tore zu verhindern. Natürlich würde ich mich auch gerne mal in die Torschützenliste eintragen.“ Für den TSB wäre am Samstag ohnehin ein anderer Eintrag wichtiger: endlich wieder zwei Punkte, die gegen den SV Kornwestheim einer Sensation gleich kämen.

Trainerstimme: Der Kontrast ist frappierend. Einzig der Tabellenzweite VfL Pfullingen (265) sowie die SG Pforzheim/Eutingen (261) haben bislang weniger Gegentore kassiert als der TSB Gmünd (266), der umgekehrt aber mit nur 244 Treffern aktuell den schwächsten Angriff der 3. Liga Süd stellt. Trainer Aaron Fröhlich sieht die Entwicklung positiv und ist überzeugt, dass die Mannschaft in ein bis zwei Monaten noch besser auftreten wird. Im Angriff fordert er mehr Mut und Selbstvertrauen: Auch wenn Tom Abt zuletzt wenig Tore erzielte, steuerte er zehn Assists bei. Ein Qualitätsthema sieht Fröhlich nicht. Personell muss der TSB weiterhin auf Kai Kiesel und Yannik Leichs verzichten. Letzterer steigt wieder ins Training ein, ist für Samstag aber noch keine Option.
Gegner: „In einem Pflichtspiel auf Kornwestheim zu treffen, das ist für uns eine Auszeichnung“, betont Fröhlich. Dieses Duell gab es zuletzt in der Oberliga-Saison 2016/17, als die „Lurchis“ ihren Betriebsunfall souverän korrigierten, den Gmünder Verfolger um den heutigen Bundesligaprofi aber zweimal nur knapp bezwingen konnten. Seither ist Kornwestheim eine feste Größe in der Drittliga-Spitzengruppe und wurde 2018 sowie 2026 Meister der Südstaffel, verzichtete aber aus wirtschaftlichen Gründen auf die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Das seit zehn Jahren vom renommierten Sportwissenschaftler Dr. Alexander Schurr trainierte Team gewann bislang sieben seiner neun Saisonspiele, verlor nur in Würzburg knapp mit 36:37 und musste sich im Topspiel gegen Pfullingen mit einem 36:36-Remis begnügen.