Das erste Lehrgeld ist fällig: TSB Gmünd unterliegt bei seiner Drittliga-Premiere verdient

Der Realitätstest fällt ernüchternd aus. Tapfer wehrte sich der TSB Gmünd, konnte dem favorisierten VfL Pfullingen bei der 25:33 (13:17) – Niederlage aber nur phasenweise Paroli bieten. Vor allem offensiv bleibt der Aufsteiger weit hinter seinen Möglichkeiten – und bekommt einen Vorgeschmack darauf, wie hoch das Niveau in der neuen Liga ist.

Die letzte Aktion, als längst alles entschieden war, stand symbolisch für einen aus Gmünder Sicht gebrauchten Abend: Linksaußen Niklas Burtsche überwand den Pfullinger Torwart mit einem Aufsetzer. Der Ball klatschte jedoch an die Unterkante der Latte und hüpfte anschließend vor der Torlinie auf. Hängende Köpfe beim TSB. Denn die Drittliga-Premiere hatte man sich ganz anders vorgestellt. Stets war der Neuling bemüht, konnte den Vorjahresvierten insgesamt aber zu selten in Verlegenheit bringen. Das schnelle Spiel, welches die Gmünder in ihrer zurückliegenden Meistersaison ausgezeichnet hatte, konnten sie gar nicht erst aufziehen. Letztlich fehlten die Kräfte, vielleicht auch ein bisschen der Mut.

Dabei begann die Partie durchaus verheißungsvoll. Spielmacher Tom Abt tankte sich gleich gegen zwei Pfullinger durch und erzielte nach 74 Sekunden den ersten Treffer. Gleichzeitig bekommt der Spielmacher gleich einmal die Härte der neuen Liga zu spüren. Die Führung hielt allerdings nur kurz. Pfullingen riss die Kontrolle an sich. Besonders einer bereitet dem TSB erhebliche Probleme: Fynn Hofele. Der aus Wißgoldingen stammende und in Schwäbisch Gmünd zur Schule gegangene Rückraum-Linkshänder stellte zunächst auf 5:3 (9.) und kurz darauf auf 10:4 (17.). TSB-Trainer Aaron Fröhlich musste mit einer Auszeit dagegensteuern. Neuzugang Fabian Bauer, der überraschend im Tor hatte beginnen dürfen, räumte seinen Platz wieder für Daniel Mühleisen. Beide konnten aber nicht verhindern, dass die Hausherren den TSB weiterhin auf Abstand hielten. Gegenüber Sören Hamann hatte den deutlich besseren Tag erwischt.

Die Gmünder versuchen viel. Sie wollen unangenehm sein, setzen immer wieder auf den siebten Feldspieler und schaffen damit auch Überzahl im Positionsangriff. Teilweise stehen vier Rückraumspieler gleichzeitig auf der Platte. Doch die entscheidenden Akzente fehlen. Defensiv bekommt der TSB vor allem die gegnerische Rückraumachse nicht in den Griff. Niklas Roth wird am Ende mit sieben Treffern erfolgreichster Werfer, Hofele kommt auf sechs Tore. Dass der Rückstand bis zur Pause nicht größer wird als 13:17, liegt vor allem an Abt und dem zuverlässigen Rechtsaußen Wolfgang Bächle.

Ein kurzer Hoffnungsschimmer – dann zieht Pfullingen davon

Nach dem Seitenwechsel gibt es tatsächlich kurz Grund zur Hoffnung. Bächle verkürzt direkt auf 14:17 (31.). Auch beim 17:20 (39.) ist der TSB noch nicht endgültig abgeschüttelt. Doch dann kommt die Phase, die das Spiel entscheidet. Niklas Roth trifft dreimal in Folge und erhöht auf 23:17 (43.). Pfullingen lässt sich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Der TSB fehlen die Mittel – und letztlich auch die Kraft. Die größere Breite im Kader macht sich bemerkbar. Der VfL kann immer wieder Spieler für fünf oder zehn Minuten herausnehmen und ihnen Verschnaufpausen geben. Der TSB dagegen muss mit seinen Kräften haushalten und heizt mit nahezu den gleichen sieben Spielern nahezu durch. Der Unterschied zwischen einem etablierten Drittligisten und einem Neuling wird damit deutlich sichtbar.

Beim 20:24 (48.) setzt Arian Pleißner noch einen der wenigen Nadelstiche. Doch der nächste Gmünder Gegenstoß wird ausgebremst und endet schon wieder mit einem Gegentreffer. Statt den Rückstand weiter zu verkürzen, wächst er wieder an. Beim 21:28 (53.) ist die Partie endgültig entschieden. Trotzdem geben sich die Gmünder bis zum Ende nicht auf. Stefan Scholz setzt noch gute Akzente, Kai Schäffner und Pleißner sorgen für weitere Treffer. Während einer doppelten Unterzahl ist allerdings wieder Hofele, der für die Hausherren einen Kempa-Trick zum Jubel der 700 Zuschauer abschließt.

Die 25:33-Niederlage geht es aus Gmünder Sicht auch in dieser Höhe in Ordnung. Die Fröhlich-Sieben hat sich aufopferungsvoll gewehrt, konnte aber zu selten eigene Akzente setzen. Viel zu lernen also für die „Jets“. Aber auch eine klare Standortbestimmung. Pfullingen hat dem TSB gezeigt, was in dieser Liga verlangt wird: mehr Tempo, mehr Durchschlagskraft, mehr Breite – und vor allem die Überzeugung, auch gegen etablierte Gegner das eigene Spiel durchzusetzen. Vielleicht kommen drei Heimspiele in Folge dafür gerade recht – das erste davon am kommenden Samstag (20 Uhr / Große Sporthalle) gegen die Rhein-Neckar Löwen II.
Der Realitätstest fällt ernüchternd aus. Tapfer wehrte sich der TSB Gmünd, konnte dem favorisierten VfL Pfullingen bei der 25:33 (13:17) – Niederlage aber nur phasenweise Paroli bieten. Vor allem offensiv bleibt der Aufsteiger weit hinter seinen Möglichkeiten – und bekommt einen Vorgeschmack darauf, wie hoch das Niveau in der neuen Liga ist.

Die letzte Aktion, als längst alles entschieden war, stand symbolisch für einen aus Gmünder Sicht gebrauchten Abend: Linksaußen Niklas Burtsche überwand den Pfullinger Torwart mit einem Aufsetzer. Der Ball klatschte jedoch an die Unterkante der Latte und hüpfte anschließend vor der Torlinie auf. Hängende Köpfe beim TSB. Denn die Drittliga-Premiere hatte man sich ganz anders vorgestellt. Stets war der Neuling bemüht, konnte den Vorjahresvierten insgesamt aber zu selten in Verlegenheit bringen. Das schnelle Spiel, welches die Gmünder in ihrer zurückliegenden Meistersaison ausgezeichnet hatte, konnten sie gar nicht erst aufziehen. Letztlich fehlten die Kräfte, vielleicht auch ein bisschen der Mut.

Dabei begann die Partie durchaus verheißungsvoll. Spielmacher Tom Abt tankte sich gleich gegen zwei Pfullinger durch und erzielte nach 74 Sekunden den ersten Treffer. Gleichzeitig bekommt der Spielmacher gleich einmal die Härte der neuen Liga zu spüren. Die Führung hielt allerdings nur kurz. Pfullingen riss die Kontrolle an sich. Besonders einer bereitet dem TSB erhebliche Probleme: Fynn Hofele. Der aus Wißgoldingen stammende und in Schwäbisch Gmünd zur Schule gegangene Rückraum-Linkshänder stellte zunächst auf 5:3 (9.) und kurz darauf auf 10:4 (17.). TSB-Trainer Aaron Fröhlich musste mit einer Auszeit dagegensteuern. Neuzugang Fabian Bauer, der überraschend im Tor hatte beginnen dürfen, räumte seinen Platz wieder für Daniel Mühleisen. Beide konnten aber nicht verhindern, dass die Hausherren den TSB weiterhin auf Abstand hielten. Gegenüber Sören Hamann hatte den deutlich besseren Tag erwischt.

Die Gmünder versuchen viel. Sie wollen unangenehm sein, setzen immer wieder auf den siebten Feldspieler und schaffen damit auch Überzahl im Positionsangriff. Teilweise stehen vier Rückraumspieler gleichzeitig auf der Platte. Doch die entscheidenden Akzente fehlen. Defensiv bekommt der TSB vor allem die gegnerische Rückraumachse nicht in den Griff. Niklas Roth wird am Ende mit sieben Treffern erfolgreichster Werfer, Hofele kommt auf sechs Tore. Dass der Rückstand bis zur Pause nicht größer wird als 13:17, liegt vor allem an Abt und dem zuverlässigen Rechtsaußen Wolfgang Bächle.

Ein kurzer Hoffnungsschimmer – dann zieht Pfullingen davon

Nach dem Seitenwechsel gibt es tatsächlich kurz Grund zur Hoffnung. Bächle verkürzt direkt auf 14:17 (31.). Auch beim 17:20 (39.) ist der TSB noch nicht endgültig abgeschüttelt. Doch dann kommt die Phase, die das Spiel entscheidet. Niklas Roth trifft dreimal in Folge und erhöht auf 23:17 (43.). Pfullingen lässt sich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Der TSB fehlen die Mittel – und letztlich auch die Kraft. Die größere Breite im Kader macht sich bemerkbar. Der VfL kann immer wieder Spieler für fünf oder zehn Minuten herausnehmen und ihnen Verschnaufpausen geben. Der TSB dagegen muss mit seinen Kräften haushalten und heizt mit nahezu den gleichen sieben Spielern nahezu durch. Der Unterschied zwischen einem etablierten Drittligisten und einem Neuling wird damit deutlich sichtbar.

Beim 20:24 (48.) setzt Arian Pleißner noch einen der wenigen Nadelstiche. Doch der nächste Gmünder Gegenstoß wird ausgebremst und endet schon wieder mit einem Gegentreffer. Statt den Rückstand weiter zu verkürzen, wächst er wieder an. Beim 21:28 (53.) ist die Partie endgültig entschieden. Trotzdem geben sich die Gmünder bis zum Ende nicht auf. Stefan Scholz setzt noch gute Akzente, Kai Schäffner und Pleißner sorgen für weitere Treffer. Während einer doppelten Unterzahl ist allerdings wieder Hofele, der für die Hausherren einen Kempa-Trick zum Jubel der 700 Zuschauer abschließt.

Die 25:33-Niederlage geht es aus Gmünder Sicht auch in dieser Höhe in Ordnung. Die Fröhlich-Sieben hat sich aufopferungsvoll gewehrt, konnte aber zu selten eigene Akzente setzen. Viel zu lernen also für die „Jets“. Aber auch eine klare Standortbestimmung. Pfullingen hat dem TSB gezeigt, was in dieser Liga verlangt wird: mehr Tempo, mehr Durchschlagskraft, mehr Breite – und vor allem die Überzeugung, auch gegen etablierte Gegner das eigene Spiel durchzusetzen. Vielleicht kommen drei Heimspiele in Folge dafür gerade recht – das erste davon am kommenden Samstag (20 Uhr / Große Sporthalle) gegen die Rhein-Neckar Löwen II.

VfL Pfullingen – TSB Jets 33:25 (17:13)

VfL: Sören Hamann, Felix Maar – Niklas Roth (8), Fynn Hofele (7), Felix Zeiler (3), Sascha Brodbeck (3), Axel Goller (3), Christopher Rix (3), Mathis Roth (2), Johnny Bruno Beck (1), Janne Böhm (1), Lukas List (1), Noah Schrade, Julius Schmidt, Silas Wagner
TSB: Daniel Mühleisen, Fabian Bauer – Tom Abt (6), Wolfgang Bächle (5), Niklas Burtsche (4/3), Stefan Scholz (3), Arian Pleißner (2), Nils Eilers (2), Kai Schäffner (2), Andreas Maier (1), Agustin Ortlieb Basualdo, Christian Waibel, Kai Kiesel, Lenny Schwenk, Jonas Wadenmaier
Siebenmeter: VfL 1/0 – TSB 3/3
Zeitstrafen: VfL 4 Minuten – TSB 4 Minuten
Schiedsrichter: David Gierke, Korbinian Konwitschny (ASV Dachau)
Zuschauer: 700
 
(Nicolas Schoch)