Mit Last Minute-Sieg weg vom Tabellenende

Der TSB Gmünd 2 hat seinen Erfolgslauf fortgesetzt und mit dem 25:24 (12:12) – Erfolg beim TSV Bartenbach 2 den dritten Sieg in Serie eingefahren. Zwar lag das Team um die beiden Spielertrainer Matthias Czypull und Simon Frey fast über die gesamte Spieldistanz hinweg im Hintertreffen, bewies aber erneut eine hohe Moral und drehte die Partie in der Schlussphase. Sieben Sekunden vor dem Ende markierte Daniel Mucha den Siegtreffer und sorgte dafür, dass der TSB 2 erstmals seit Oktober die Rote Laterne in der Bezirksklasse Stauferland abgeben durfte.


Wenn es den Gmünder derzeit an etwas nicht mangelt, dann an Nervenstärke. Vier Siege aus den vergangenen sechs Partien, dreimal mit dem knappsten aller Ergebnisse mit einem Tor Vorsprung, unterstreichen den positiven Trend beim Aufsteiger. Nach dem Fehlstart in die Saison belohnt sich der TSB 2 endlich für den hohen betriebenen Aufwand, auch weil das Trainergespann selbst ohne personelle Unterstützung aus der Ersten Mannschaft endlich wieder aus den Vollen schöpfen kann.

Das Gastspiel beim direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt entwickelte sich wie bereits frühzeitig zu einem nicht nur wegweisenden, sondern auch heiß umkämpften Duell. Das gerade einmal einen Monat zurückliegende, äußerst hitzige Hinspiel mit vier Roten Karten und einem hauchdünnen 28:27 TSB-Erfolg, war durchaus noch in den Köpfen der Akteure präsent. Hochmotivierte Hausherren sinnten auf die Revanche, dominierten die Anfangsviertelstunde und legten schnell ein Polster vor. Den ersten Gegentreffer nach zwei Minuten konnte Samuel Glaser kurzzeitig ausgleichen, in der Folgezeit jedoch zog Bartenbach auf 5:1 (10.) sowie 9:4 (16.) davon. Erst im Anschluss gelang es den Gmündern, sich in allen Belangen zu steigern und entwickelten in der Defensive wieder jene Stabilität, die sie auszeichnet. Bis zur Pause musste der starke Tormann Sascha Grützmacher nur noch dreimal hinter sich greifen, auf der Gegenseite brachte Simon Frey den TSB beim 9:8 (23.) wieder in Schlagdistanz und Daniel Mucha sorgte mit zwei verwandelten Siebenmetern kurz darauf für den Ausgleich. Der TSV ging noch einmal in Front, doch die Gmünder konnten trotz Unterzahl Robert Heer in Szene setzen, so dass dieser punktgenau mit der Halbzeitsirene den mittlerweile leistungsgerechten 12:12-Gleichstand markierte.
 
Im zweiten Durchgang drehte der TSB 2 das Spielglück zunächst auf seine Seite. Florian Kaller sowie Mucha sorgten mit ihren Treffern für eine knappe Führung, die allerdings bereits beim 16:16 (40.) wieder futsch war. Weiterhin wurde die Begegnung von den beiden Abwehrreihen dominiert, zwischenzeitlich sahen die nur 50 Zuschauer in der Parkhaushalle sieben Minuten am Stück auf beiden Seiten keinen einzigen Torerfolg. Mit einem parierten Strafwurf verhinderte Grützmacher zunächst, dass der TSB erneut ins Hintertreffen geriet, war bei den weiteren Gegentoren hin zum 21:19 (52.) jedoch machtlos. Daniel Mucha und Sebastian Göth, das mit zusammengerechnet 15 Treffern zur Höchstform aufgelaufene Duo auf der rechten Außenbahn, hielt die Gmünder in der hektischen Schlussphase weiter im Rennen. Beim 23:21 durch Felix Frankenhauser (56.) sah Bartenbach noch wie der sichere Sieger aus, doch innerhalb von 60 Sekunden sorgten Frey und Göth für den Ausgleich. TSV-Spieler Daniel Kurz wurde währenddessen ebenso mit der dritten Zeitstrafe disqualfiziert wie kurz zuvor bereits der TSB-Abwehrchef Michael Deusch. So blieb es bis zum Ende ein zäher Schlagabtausch auf Messers Schneide: Mit einem Mann mehr auf der Platte holten sich die Gmünder durch Heer ihre Führung zurück, ehe Frankenhauser in der Schlussminute zum 24:24 traf. Dem TSB verblieb eine halbe Minute für den finalen Angriff, Mucha tankte sich durch und erzielte mit aller Willensstärke seinen achten und entscheidenden Treffer zum 24:25.
 
Wie bereits im ersten Aufeinandertreffen hatten die Gmünder schließlich auch in fremder Halle das glücklichere Ende eines Krimis für sich und bejubelten die Fortsetzung ihrer kleinen Serie. Der Lohn des derzeitigen 8:4 Punkte-Laufs: Erstmals seit Oktober hat der TSB 2 (11.Platz/10:16) das Tabellenende in der Bezirksklasse verlassen und die Rote Laterne vorerst an den TV Rechberghausen (12./8:16) abgegeben. Umgekehrt beträgt auch der Rückstand auf den sechsten Rang lediglich einen Zähler. Eine ordentliche Ausgangslage für die Württembergliga-Reserve, denn jeweils abhängig von der Konstellation in der Landes- und Bezirksliga wird es mindestens zwei, aber bis zu vier Absteiger geben, so dass hochspannende und nervenaufreibende Wochen in der Rückrunde vorprogrammiert sind. Am Samstag (17:30 Uhr / Große Sporthalle) gastiert mit der TSG Giengen/Brenz (8./11:17) der nächste direkte Konkurrent in Gmünd. Auch diese Partie besitzt durchaus richtungsweisenden Charakter, zumal sich der TSB 2 nur allzu gerne für die 19:24-Hinspielniederlage revanchieren und seine Serie weiter ausbauen möchte.
 
TSV 2: Benedikt Eichhorst, Loris Theiss – Leon Waibel (7), Leonhard Birk (5), Felix Frankenhauser (4/1), Daniel Kurz (2), Lars Stadelmaier (2), Tobias Abele (1), Andreas Kottmann (1), Axel Rapp (1), Jan Philipp Reinhardt (1), Leon Vranjes, Leon Nuding, Philipp Damm
TSB 2: Sascha Grützmacher – Daniel Mucha (8/3), Sebastian Göth (7), Simon Frey (3), Samuel Glaser (3), Robert Heer (2), Michael Deusch (1), Florian Kaller (1), Matthias Czypull, Alexander Kaußler, Moritz Schillinger, Max Eichler
Siebenmeter: TSV 2/1 – TSB 4/3
Zeitstrafen: TSV 8 Minuten – TSB 10 Minuten
Rote Karten: Daniel Kurz (TSV/57./Dritte Zeitstrafe) – Michael Deusch (TSB/54./Dritte Zeitstrafe)
Schiedsrichter: Manuel Dandl, Tobias Uhl (Heidenheimer SB)
Zuschauer: 50
 
(Text: Nico Schoch - Mannschaftsfoto: Jörg Frenze)