Angriffsleistung ungenügend: TSB 2 glücklos beim bisherigen Lieblingsgegner

Die Talfahrt beim TSB Gmünd 2 nimmt allmählich bedenkliche Ausmaße an. Selbst gegen ihren bisherigen Lieblingsgegner gelang der Oberliga-Reserve nicht der erhoffte Befreiungsschlag, stattdessen folgte im fünften Vergleich mit der SG Hofen/Hüttlingen 2 die erste Niederlage. 38 Minuten lang konnte die Mannschaft von Trainer Holger Sohnle die Partie ausgeglichen gestalten, unterlag nach dem 14:14-Gleichstand aber doch noch deutlich mit 17:26 (9:11) in fremder Halle.

Der große Gmünder Schwachpunkt war angesichts von nur 17 eigenen Treffern schnell ausgemacht. „Ähnlich wie in den vorherigen Spielen war unsere Durchschlagskraft im Angriff mehr als verbesserungswürdig“, befand Sohnle, nachdem seine Truppe zum fünften Mal in Folge als Verlierer vom Feld gegangen war. Und das obwohl rein statistisch eigentlich die Trendwende zu erwarten gewesen war: Immerhin hatte der TSB 2 in den vorherigen vier Begegnungen mit Hofen/Hüttlingen 2 stets die Oberhand behalten, im Hinspiel dieser Saison sogar deutlich mit 33:24. Doch auf der Zielgeraden der Saison, in der es nur noch um die „Goldene Ananas“ geht, geht den „Jets“ offenbar der Treibstoff aus.
 
Dabei hatte der TSB-Coach beim Gastspiel in der Wasseralfinger Talsporthalle über weite Strecken viel Positives von seinen Mannen gesehen. Zum Beispiel, dass sie sich im ersten Durchgang auch von einem zwischenzeitlichen Vier Tore-Rückstand nicht beeindrucken ließen und sich den Ausgleich verdienten. „Die Mannschaft hat gut dagegengehalten, den Kampf angenommen“, lobte Sohnle deshalb. In der Anfangsphase war es jeweils Routinier Simon Frey, der voranging und die Gäste bis zum 2:3 (10.) dreimal in Front warf. Anschließend jedoch blieb der TSB für neun Minuten ohne eigenen Torerfolg, zu allem Überfluss vergab Frey einen Strafwurf. Die Hausherren wussten die Gmünder Schwächephase zu ihren Gunsten zu nutzen und drehten den Spielstand auf 7:3 (17.). Der TSB allerdings bewies Comeback-Qualitäten, nach dem A-Junior Jonas Schmutzert die offensive Durststrecke beendet hatte. Mucha, Frey und Wild sorgten für den 8:7-Anschluss (22.). Das Sohnle-Team war nun auf Augenhöhe angekommen, verpasste es jedoch, noch vor der Pause gleichzuziehen. Linksaußen Schmutzert hielt die Blau-Gelben stets auf Tuchfühlung, doch die SG hatte prompt die passende Antwort parat und nahm eine knappe 11:9-Führung mit in die Kabine.
Nach Wiederanpfiff knüpften die Gmünder zunächst nahtlos an ihre couragierte Leistung an, gewannen die Bälle in der Abwehr und spielten schnell und mutig nach vorne. Kurzzeitig sah es so aus, als könne der TSB das Momentum auf seine Seite ziehen. Mucha gelang aus sieben Metern der herbeigesehnte und mittlerweile auch verdiente Ausgleichstreffer zum 12:12 (34.). Dass Hofen/Hüttlingen zweimal vorlegte, egalisierten Schmutzert und Frey umgehend wieder mit ihren Treffern. Der TSB witterte Morgenluft, beim 14:14 (38.) sahen sich die Hausherren deshalb zu einer Auszeit gezwungen. „Bis dahin haben wir es echt gut gemacht“, betonte Sohnle, „doch danach ist dem ein oder anderen meiner Spieler die Kraft ausgegangen.“ Mit drei Toren in Folge erhöhte die SG rasch auf 17:14 (41.), während die Gmünder im Angriff fortan keinerlei Mittel mehr fanden. Mucha sowie Youngster Kai Kiesel vom Kreis sorgten zwar dafür, dass der TSB bis zum 19:16 (47.) in Schlagdistanz blieb. Doch das erfolglose Anrennen auf das gegnerische Tor einschließlich einiger Ballverluste wurde dem Sohnle-Team zum Verhängnis. Mit einem weiteren 0:4-Lauf gerieten die Gmünder vorzeitig auf die Verliererstraße. Dem nach Verletzungspause zurückgekehrten Samuel Glaser gelang beim 23:17 (54.) der letzte Gästetreffer an einem aufgrund der zweiten Halbzeit gebrauchten Tag für sein Team. Die Entscheidung war längst gefallen, Hofen/Hüttlingen schraubte das Resultat in den Schlussminuten noch auf 26:17 (60.) in die Höhe.
 
„Es war ein unglücklicher Auftritt von uns“, so lautete Holger Sohnles nüchternes Fazit, „obwohl es um nichts mehr geht, hat der Gegner den größeren Willen gezeigt und uns mit seiner Härte den Schneid abgekauft.“ Der Abwärtstrend geht also ungehindert weiter und befördert die Oberliga-Reserve hinab auf Rang neun, nachdem man bis vor fünf Wochen noch seine Chance im Aufstiegsrennen gewittert hatte. Die gute Nachricht in der Krise: Angesichts von sieben Zählern Vorsprung zur Abstiegszone bei noch fünf ausstehenden Spieltagen wird das ausgerufene Mindestziel „Klassenverbleib“ wohl nicht mehr in Gefahr geraten. „Nun geht es noch darum, diese Saison mit Anstand zu Ende zu bringen“, blickt Sohnle voraus und wünscht sich zumindest noch einen erfolgreichen Abschied vom eigenen Publikum. Die Hürde allerdings könnte nicht größer sein: Mit dem TV Steinheim/Albuch 2 gastiert am Sonntag (16 Uhr) der Spitzenreiter und Titelanwärter Nummer eins in der Großen Sporthalle. Bereits im Hinspiel waren die Gmünder klar mit 20:33 unterlege, haben also noch eine offene Rechnung zu begleichen.
 
Das Restprogramm des TSB Gmünd 2 in der Bezirksklasse Stauferland:
Sonntag, 15.März, 16 Uhr – Große Sporthalle: TSB Gmünd 2 (9.Platz /16:20 Punkte) – TV Steinheim 2 (1./23:9)
Sonntag, 22.März, 14 Uhr – Herwartsteinhalle Königsbronn: HSG Oberkochen/Königsbronn 2 (8./17:19) – TSB Gmünd 2
Samstag, 18.April, 17:30 Uhr – Kreuzberghalle Nenningen: SG Lauterstein 3 (5./20:14) – TSB Gmünd 2
Sonntag, 26.April, 17 Uhr – Forstberghalle Wangen: TV Rechberghausen (12./6:30) – TSB Gmünd 2


SG 2: Tobias Abele, Oliver Sauer – Paul Schneider (11/6), Kevin Scheurmann (5), Lenni Fürst (3), Jonas Elbert (2), Florian Weiß (1), Matthias Meyer (1), Dennis Neher (1), Lukas Müller (1), Florian Steinky (1), Christian Schneider, Johannes Harsch, Pascal Ilg
TSB 2: Giovanni Gentile, Sascha Grützmacher – Jonas Schmutzert (5), Simon Frey (5/2), Daniel Mucha (3/3), Aaron Wild (2), Kai Kiesel (1), Samuel Glaser (1), Lukas Lehle, Martin Reuter, Michael Deusch, Max Eichler
Siebenmeter: SG 7/6 – TSB 4/3
Zeitstrafen: SG 4 Minuten – TSB 12 Minuten
Schiedsrichter: Chris Frohberger (TSV Bartenbach), Nathan Weiss (Frisch Auf Göppingen)
Zuschauer: 65
 
(Text und Bilder: Nico Schoch)