Wille und Glauben setzt sich durch: TSB-Perspektivteam sendet ein Lebenszeichen im Abstiegskampf

Der krisengeplagte TSB Gmünd II kann doch noch gewinnen. In eigener Halle drehen die Jets einen Vier Tore-Rückstand, ringen die SG Hirsau/Calw/Bad Liebenzell mit 39:35 (16:17) nieder und verlassen damit vorerst das Tabellenende in der Landesliga.


Drei heftige Pleiten hatten die TSB-Talente zu verdauen, in Betzingen war die ersatzgeschwächte Mannschaft gar mit 27:47 unter die Räder geraten. „Alle wissen, dass wir nun in den verbleibenden Spielen unser Herz auf dem Feld lassen müssen“, hatte Trainer Sebastian Adam angekündigt. Die Wende gelang – mit einer überzeugenden Leistung noch dazu. Ein echtes Lebenszeichen, für Adam sogar weit mehr: „Dieser Sieg war verdammt wichtig für Kopf, Herz und Seele.“
 
Schon in der ersten Halbzeit bewiesen die abstiegsbedrohten Jets, dass sie noch leben. Nach einer anfänglichen Führung drohte ihnen wieder einmal das Spiel zu entgleiten. Vergebene Torchancen rächten sich prompt, denn das Gästeteam stellten mit einem Vier Tore-Lauf auf 8:12 (20.). Die Spielgemeinschaft aus Hirsau/Calw/Liebenzell – kurz HCL – blieb bis zum 13:17 (28.) voll am Drücker. „Wir haben in dieser Phase sicher nicht schlecht gespielt“, sagte Adam. Ihm imponierte das entschlossene Auftreten seiner Mannen: „Trotz allem war der Glaube nicht weg. So lassen sich auch viele Fehler verzeihen und ausbügeln.“
 
Über schnelle Gegenstoßtore von Manuel Menz fand der TSB zurück in die Partie, direkt nach der Pause glich Dominic Boland zum 17:17 (31.) aus. Die Gmünder kämpften und verteidigten aufopferungsvoll, angeführt von ihrem emotionalen Leader. Jonas Schwenk aus der Ersten Mannschaft hatte sich freiwillig bereit erklärt, das Perspektivteam zu unterstützen und ragte nicht bloß mit seinen neun Treffern heraus. „Alleine seine körperliche Präsenz in der Abwehr hat uns geholfen“, erklärte der Trainer. Per Doppelpack warf Schwenk zum 22:20 (37.) eine Führung heraus, welche die Jets bis zum Ende nicht mehr hergeben sollten.
 
Der TSB war im Aufwind, hatte auch den längeren Atem und die breitere Bank. „Alle Jungs, die reingekommen sind, haben uns wichtige Entlastung gegeben“, freute sich Adam darüber, dass „viele kleine Puzzleteile endlich mal zusammengepasst haben.“ Bei hohem Kraftaufwand präsentierte sich der TSB variabel: Jonathan Leichs glänzte mit wichtigen Ballgewinnen und starken Distanzwürfen, Dominic Boland führte geschickt Regie. Auch Torwart Dennis Slonek setzte immer wieder wichtige Impulse, nach seiner Siebenmeter-Parade bauten die Hausherren ihren Vorsprung auf 29:24 (44.) aus.
 
Die ganze Last war von den Gmündern abgefallen, bei denen es so gut lief wie lange nicht mehr. Die SG HCL kam zu keinen einfachen Toren mehr, umgekehrt blieben die TSB-Werfer konsequent. Kai Jaros stellte mit dem 34:27 (51.) den deutlichsten Abstand her. Als die Gäste auf eine 5-1-Abwehrformation umstellten und so auf 35:32 (56.) herankamen, begann zwar noch ein spätes Zittern bei den Jets. „In unserer Situation ganz normal, dass es dann im Kopf wieder rattert“, findet Adam: „Doch letztlich haben wir es durchgezogen.“ Nämlich weil der starke Schwenk abermals die Lücken fand und alles klar machte, bevor Rechtsaußen Vincent Pick den 39:35-Endstand markierte.
 
Spürbar und hörbar war die Erleichterung, allen voran beim TSB-Coach: „Für jeden Einzelnen war es wichtig zu sehen, dass wir doch noch Spiele gewinnen können. Unser Wille und unser Glauben sind belohnt worden.“ Dieser befreiende Moment soll zusätzliche Energie freisetzen, um in den letzten fünf Saisonspiele den Klassenerhalt zu schaffen. Vorerst sind die Gmünder (8:18 Punkte) vom letzten auf den rettenden drittletzten Platz vorgerückt. Das einzig noch verbleibende Heimspiel gegen den Tabellennachbarn HSG Ermstal am 09.März (17 Uhr) dürfte schon fast ein alles entscheidendes Duell werden. Nach einer unglücklichen 32:34-Niederlage aus dem Hinspiel haben die Jets noch etwas gerade zu rücken. Für die maximale Brisanz ist also gesorgt.
 
TSB II: Giovanni Gentile, Julian Sacher, Dennis Slonek – Jonas Schwenk (9), Manuel Menz (9/4), Dominic Boland (6), Vincent Pick (5), Jonathan Leichs (5), Florian Krazer (2), Jonas Schmutzert (2), Kai Jaros (1), Lennard Sonnentag, Noel Reibstein
 
(Nicolas Schoch)