Die Leidenszeit ist vorbei: Max Dangelmaier ist zurück auf dem Spielfeld und will bei seiner Heimpremiere jubeln

Das lange Warten auf den siebten Neuzugang macht sich für den TSB endlich bezahlt: Linksaußen Max Dangelmaier hat seine langwierige Schulterverletzung hinter sich gelassen und deutete beim Debüt bereits an, dass er den Gmünder Fans noch viel Freude bereiten wird. Bei der Heimpremiere im TSB-Dress sehnt sich der 26-Jährige nun sein persönlich erstes Erfolgserlebnis in der Großen Sporthalle herbei.

Ein purer Gänsehautmoment für die gesamte Gmünder Mannschaft: Es lief die 53.Minute beim Gastspiel in der Rheintalhalle Sandweier, als Max Dangelmaier das Zuspiel von Yannik Leichs nutzte und mit einem herrlich anzusehenden Sprungwurf seinen ersten Treffer für den neuen Verein erzielte. Dass die Partie beim Stand von 29:20 für die Hausherren längst entschieden war und die Jets am Ende mit einer 25:35-Schlappe die Heimreise antreten mussten, geriet kurzzeitig zur Nebensache. Denn es war die Szene, in der Dangelmaier seine lange Leidenszeit hinter sich ließ. „Beim Zurücklaufen bin ich ein bisschen sentimental geworden“, gab der Linksaußen später zu Protokoll. Insgesamt verspürte er allerdings gemischte Gefühle: „Für mich war es ein Riesenschritt, endlich wieder auf der Platte zu stehen. Trotzdem verlieren wir das Spiel deutlich, so wie es nicht nötig gewesen wäre.“

Obwohl zunächst der Frust über die Niederlage überwog, machte Dangelmaier dennoch einen extrem gelösten Eindruck – verständlich, war er doch die vergangenen eineinhalb Jahre komplett zum Zuschauen verdammt gewesen. Langwierige Probleme an der rechten Schulter hatten den Mann, der mit der SG Lauterstein bereits auf eine hohe dreistellige Torausbeute in der BWOL zurückblicken kann, außer Gefecht gesetzt. Nach der Operation im Frühsommer ist die lädierte Schulter wieder stabil. „Es geht endlich bergauf“, freut sich Dangelmaier, „ich fühle mich gut und habe keine Schmerzen mehr.“
 
Dass er nun wieder fit ist und sich auf dem Weg zurück zu alter Stärke befindet, hat er im Besonderen Christof Elser zu verdanken. Der Rechtshänder zeigt sich unheimlich dankbar für die Unterstützung des Personal Coaches, der nach seinen Stationen in der weiten Fußballwelt im Sommer mit seinen schweißtreibenden Athletikeinheiten dafür sorgte, dass die Aufstiegshelden des TSB bereit sind für die Herausforderung Oberliga. Dangelmaier trainiert weiterhin regelmäßig mit Elser und betont: „Er hat mir extrem weitergeholfen und mich auch immer wieder eingefangen, wenn ich ungeduldig geworden bin.“ Über den eigentlichen Plan, erst Mitte oder Ende November aufs Spielfeld zurückzukehren, hat er sich dennoch hinweggesetzt. Da Positionskollege Aleksa Djokic krankheitsbedingt geschwächt war, stand für Dangelmaier nach einem Gespräch mit Trainer Stefan Klaus sofort fest, dass er der Mannschaft bei der schwierigen Partie in Baden-Baden weiterhelfen will: „Mein Gefühl sagt mir, dass es aktuell alles gut ist und dementsprechend blicke ich auch optimistisch nach vorne.“
 
Neben Youngster Tom Abt, der bis zu seiner unberechtigten Roten Karte ein furioses Match abgeliefert hatte, war der Neuzugang aus Lauterstein der große Lichtblick bei der Niederlage in Sandweier. Das fand auch Jürgen Rilli. „Dass Max zurückgekehrt ist und gleich ein Tor gemacht war vor allem deshalb erfreulich, weil ich gesehen habe, dass er leistungsmäßig nicht so weit weg ist von der Mannschaft wie befürchtet“, sagte der Sportliche Leiter des TSB. Rilli ist sich sicher, dass „wir mit Max noch sehr viel Freude haben werden.“ Besonders dann, wenn dieser die Vorbereitungsphase in der kurzen Winterpause komplett absolvieren wird. „Im Duo mit Aleksa Djokic kann er auch jetzt schon ein ausschlaggebender Faktor sein“, so Rilli, „wir geben ihm aber weiterhin die Zeit, die er braucht.“
 
Dangelmaier selbst bedankte sich nach seinem Debüt noch in der Kabine bei der Mannschaft und den Verantwortlichen für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. „Es ist nicht selbstverständlich, dass man einen verletzten Spieler verpflichtet und so viel Geduld zeigt“, so der 26-Jährige, der „riesig froh“ ist, nochmals die Chance erhalten zu haben, sich in der BWOL zu beweisen. Der Zeitpunkt für seine Rückkehr aufs Spielfeld könnte vielleicht gar nicht besser sein angesichts der Tatsache, dass die Gmünder mit der Startbilanz von 6:12 Punkten noch nicht wirklich ins Rollen gekommen sind.
 
Umso mehr wünscht sich nicht nur Dangelmaier, dass er bei seinem ersten Heimspiel im TSB-Dress einen schöneren Einstand erlebt als es eine Woche zuvor im Badischen der Fall war. Dabei war die Große Sporthalle für ihn selbst bislang noch nie ein gutes Pflaster. Im Facebook-Zeitalter würde man wohl sagen: Beziehungstatus: Es ist kompliziert. Denn mit der SG Lauterstein gewann Dangelmaier nie in Gmünd und ist deshalb doppelt motiviert, dass sich dies am heutigen Samstag ändert. Dass mit der SG Köndringen/Teningen ein hochambitionierter und auf dem Papier favorisierter Gegner anreist, soll diesem unbedingten Willen nicht im Wege stehen. „Die SG verfügt über richtig gute Einzelspieler“, weiß Dangelmaier. Um gegen den Vorjahresvierten bestehen zu können, müsse man die richtigen Lehren aus der Vorwoche ziehen: „Wir haben aus Sandweier die Erkenntnis mitgenommen, dass 30 gute Minuten einfach nicht reichen. In der zweiten Halbzeit sind wir völlig eingebrochen, hatten viele technische Fehler im Angriff und Abstimmungsprobleme in der Abwehr.“
Egal gegen wen, das große Ziel steht diesen Samstagabend über allem. Im fünften Anlauf soll der erste Heimsieg gelingen – und Max Dangelmaier will seinen Teil dazu beitragen: „Es wäre schön, endlich vor eigenem Publikum in Gmünd zu jubeln – für mich persönlich und die gesamte Mannschaft.“

(Text und Bild: Nico Schoch - Porträtfoto: Jörg Frenze)